Nicht alles will sofort weg, manches will zuerst gehört werden. Sandra Lumina

Viele Menschen haben gelernt, dass ein Symptom ein Feind ist. Dass etwas, das unangenehm ist, möglichst schnell verschwinden muss. Ein Schmerz soll weg, eine Angst soll weg, eine Traurigkeit soll weg, eine innere Unruhe soll weg. Wir leben in einer Welt, die uns oft beigebracht hat, sofort nach einer Lösung zu suchen, bevor wir überhaupt verstanden haben, was uns das Leben gerade zeigen möchte. Dabei entsteht häufig genau dort eine innere Spannung. Denn sobald wir etwas nicht haben wollen, gehen wir in Widerstand. Wir kämpfen gegen das Gefühl, gegen das Thema oder gegen die Empfindung. Doch Widerstand hält oft genau das fest, was eigentlich in Bewegung kommen möchte.

Was wäre, wenn nicht jedes Symptom gegen dich arbeitet? Was wäre, wenn manches einfach nur gesehen, gefühlt und gehört werden möchte? Vielleicht darf die erste Frage nicht sein: „Wie bekomme ich das weg?“, sondern: „Was möchtest du mir zeigen?“ In dem Moment, in dem wir aufhören zu kämpfen, entsteht Raum. Raum für Wahrnehmung, Raum für Erkenntnis und Raum für Veränderung. Viele Menschen versuchen, Gefühle sofort zu kontrollieren, zu verdrängen oder zu überdecken. Doch Gefühle, die nicht gefühlt werden dürfen, suchen sich oft andere Wege, um auf sich aufmerksam zu machen.

Ich selbst lade solche Gefühle oder Themen liebevoll ein. Ich sage innerlich: „Du darfst da sein. Ich sehe dich. Du hast eine Daseinsberechtigung.“ Allein diese Haltung verändert bereits etwas. Denn plötzlich muss nichts mehr gegen eine innere Mauer anrennen. Nichts muss lauter werden, um wahrgenommen zu werden. Das Gefühl darf einfach da sein. Es darf sich zeigen. Es darf erzählen, was es zu erzählen hat. Und genau dadurch beginnt oft etwas in den Fluss zu kommen. Was wir ständig wegdrücken, bleibt häufig gebunden. Was wir liebevoll anschauen, darf sich bewegen.

Viele Themen tragen eine Botschaft in sich. Viele Gefühle möchten nicht bekämpft, sondern gefühlt werden. Nicht analysiert bis ins Unendliche, nicht verurteilt und nicht weggeschoben, sondern liebevoll angenommen. Das bedeutet nicht, im Leid stecken zu bleiben. Es bedeutet, präsent zu sein. Es bedeutet, dem, was gerade da ist, einen Raum zu schenken, ohne sofort dagegen anzukämpfen. Wenn wir uns erlauben, wirklich zu fühlen, ohne Flucht, ohne Widerstand und ohne Kampf, dann kann sich etwas in uns entspannen. Dann erinnert sich das, was lange festgehalten wurde, wieder an seinen natürlichen Fluss.

Vielleicht ist eine der größten Fragen nicht: „Wie werde ich das los?“

Vielleicht lautet sie:

„Kann ich es einen Moment lang lieben, während es noch da ist?“

Denn manchmal beginnt genau dort die tiefste Veränderung, nicht im Wegmachen, sondern im Annehmen, nicht im Kampf, sondern in der Liebe, nicht im Widerstand, sondern in der Bereitschaft zu fühlen.

Und genau dort erinnert sich vieles ganz von selbst wieder an seinen Ursprung, an Frieden, an Fluss und an Liebe. ✨💛

Deine Sandra Lumina

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