Die meisten Menschen wandern durch die Welt und glauben, sie seien ihre Geschichte. Sie identifizieren sich mit ihren Erfahrungen, ihren Erfolgen, ihren Wunden und ihren Gedanken. Sie betrachten die Wellen des Lebens und vergessen dabei den unendlichen Ozean, aus dem jede einzelne Welle hervorgeht. Doch irgendwann kommt jener heilige Augenblick, in dem die Seele still wird. Ein Augenblick, in dem das ständige Suchen müde geworden ist und das Herz beginnt, sich an etwas zu erinnern, das älter ist als jede Erfahrung, älter als jede Welt und älter als die Zeit selbst. Erwachen ist genau das. Es ist kein Werden, kein Erreichen und kein Hinzufügen. Es ist das sanfte Fallen aller Schleier. Es ist die Erinnerung an das, was immer da war.
Dann beginnt sich die Welt zu verwandeln. Nicht weil sich die Welt verändert, sondern weil der Blick, der auf sie schaut, sich verändert hat. Was einst fest erschien, wird durchlässig. Was einst absolut wirkte, wird zu einem Hauch im Wind der Ewigkeit. Wie Nebel im ersten Licht des Morgens lösen sich Illusionen auf, nicht durch Kampf, sondern durch die Gegenwart der Wahrheit. Plötzlich wird sichtbar, dass das Leben niemals gegen uns war. Dass jede Freude, jede Träne, jeder Umweg und jede Herausforderung Teil einer großen Rückkehrbewegung waren. Einer Rückkehr nach Hause.
Je tiefer das Bewusstsein in sein eigenes Wesen sinkt, desto klarer wird, dass hinter allen Formen nur das Eine existiert. Hinter jedem Gesicht leuchtet dasselbe Licht. Hinter jeder Begegnung begegnet sich die Schöpfung selbst. Dann offenbart sich das tiefe Wissen von Ich Bin und zugleich das tiefe Wissen von Ich Bin Nicht. Denn im Ursprung gibt es keine Begrenzung, keine Trennung und keinen Namen. Dort ist unendliche Leere und gleichzeitig unendliche Fülle. Dort ist vollkommene Stille und gleichzeitig die Geburtsstätte aller Klänge. Dort ist das Nichts, aus dem alle Welten hervorgehen, und das Alles, in das jede Erfahrung wieder zurückkehrt.
Wie Sterne aus der Nacht geboren werden, so entstehen aus diesem grenzenlosen Feld alle Seelen, alle Menschen, alle Tiere, alle Bäume, alle Sonnen und alle Galaxien. Alles ist Ausdruck desselben einen Bewusstseins, das sich selbst in unendlich vielen Formen erfährt. Und wenn das Herz erwacht, hört das Suchen auf. Nicht weil alle Fragen beantwortet wurden, sondern weil erkannt wird, dass der Suchende selbst die Antwort war. Dann bleibt nur noch ein tiefes Staunen über die Schönheit des Lebens, über die Vollkommenheit dieses Augenblicks und über die Erkenntnis, dass die Quelle niemals verborgen war. Sie war immer da, in jedem Atemzug, in jedem Herzschlag, in jedem Sonnenaufgang und in jedem Moment stiller Gegenwart. Nicht außerhalb von uns, sondern als das, was wir in Wahrheit sind. ![]()
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𝐃𝐢𝐞 𝐐𝐮𝐞𝐥𝐥𝐞 𝐢𝐬𝐭 𝐤𝐞𝐢𝐧 𝐎𝐫𝐭, 𝐝𝐞𝐧 𝐝𝐮 𝐞𝐫𝐫𝐞𝐢𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐦𝐮𝐬𝐬𝐭. 𝐒𝐢𝐞 𝐢𝐬𝐭 𝐝𝐚𝐬, 𝐰𝐚𝐬 𝐝𝐮 𝐛𝐢𝐬𝐭, 𝐰𝐞𝐧𝐧 𝐚𝐥𝐥𝐞𝐬 𝐚𝐧𝐝𝐞𝐫𝐞 𝐬𝐭𝐢𝐥𝐥 𝐰𝐢𝐫𝐝.
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