Die Hütte brennt, aber Friedrich Merz gönnt sich erstmal einen schönen Urlaub.
Unsere Sicherheits-Experten werden von einem Drohnenangriff wie die Amateure überrascht.
Und Ulrich Siegmund versetzt seine ohnehin verängstigte Konkurrenz vollends in Panik, weil er einen echten Berufsabschluss hat.
Viel Spaß mit Simone Solga, in ihrem Bettchen, Folge 228.
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© Transkript / Zusammenfassung / Übersetzung / Rosi / esistallesda.de / Youtube Erfassung
Ferienkanzler, Duftmarketing und der Geruch der Angst
Willkommen in meinem Bettchen. Und ich bedauere es gerade sehr, dass ich nicht doch in die Politik gegangen bin. Eine Grundausbildung dafür hätte ich ja durch meine Zeit bei der FDJ.
Für die jüngeren Zuschauer: Die FDJ, die Freie Deutsche Jugend, das waren sozusagen die Jusos der DDR – nur ein bisschen gemäßigter.
Denn wenn ich in die Politik gegangen wäre, würde ich jetzt nicht vor dieser Kamera liegen, sondern irgendwo auf einer Sonnenliege. So wie unser Kanzler Friedrich Merz. Der macht jetzt erst einmal Sommerferien – zur Erholung von den vielen Leistungen, die er alle nicht erbracht hat.
Er scheint sich dafür eine längere Auszeit zu gönnen, denn auf bundeskanzler.de sind für den gesamten August keine Termine eingetragen.
Ich finde das schon mutig, wo unser oberster Wutbürger doch eben erst gewütet hat, dass die Deutschen zu faul seien und zu wenig arbeiteten.
Friedrich Merz hat ja so ein großes Mundwerk, eigentlich dürfte er gar nicht Bundeskanzler heißen, sondern Mundeskanzler.
Vielleicht hat ihn sein pausenloses Schwadronieren inzwischen so ausgelaugt, dass er eine Weile in die Reha muss. Klar: Wenn man ständig riesengroße Sprüche spuckt, leiert irgendwann der Unterkiefer aus. Dann braucht man eben Urlaub.
Ich hoffe nur, dass er an seinem Ferienort nicht dauernd auf Kollegen trifft, denn gerade hat ja der ganze Bundestag Urlaub. Unsere Gewählten treffen sich erst wieder am 8. September zum Stuhlkreis unterm Reichstag.
Das ist dann zwei Tage nach der Wahl in Sachsen-Anhalt.
Da wird man einander vermutlich einiges zu verzeihen haben, denn die Wahl in Sachsen-Anhalt wird möglicherweise nicht ganz im Sinne der selbst ernannten Inhaber unserer Demokratie ausgehen.
Für Mundeskanzler Merz könnte sein erster Arbeitstag dann auch schon sein letzter sein. Vom verlängerten Urlaub direkt in den Ruhestand. So läuft es ja meistens bei der Rente mit 63: aus der Halbpension ungebremst in die Totalpension.
Die CDU müsste allerdings ganz schnell jemanden finden, der bereit ist, an Merz’ Stelle unter Lars Klingbeil und Bärbel Bas zu dienen.
Vielleicht sollten sie mal im legendären Berliner KitKatClub suchen. Dort treffen sich ja auch gern Menschen aus der Sadomaso-Szene, habe ich gelesen.
Udo, jetzt bitte hör sofort auf zu kichern, sonst bleibt der Knebel das ganze Wochenende drin!
Entschuldigung, wo war ich stehen geblieben? Ach ja, beim Ferienkanzler.
Der hat aber auch wirklich Pech. Wer konnte denn ahnen, dass die Welt sich auch im Urlaub weiterdreht? Dass unverschämterweise immer noch Dinge passieren, während Friedrich Merz am Frühstücksbuffet auf zwei weich gekochte Eier wartet?
Obwohl – nein. Die hat er ja schon.
Dann diese unangenehme Sache in Leipzig/Halle. Die Sache mit der Sprengstoffdrohne, die offenbar von einem unfassbar mutigen Busfahrer im letzten Moment kaputtgetreten wurde.
Da fragt man sich schon, wozu all die Milliarden für eine weitgehend munitionslose Bundeswehr gut sind, wenn wir solche Busfahrer haben.
Für mich verdient der Mann – wenn die Geschichte so stimmt – das größtmögliche Bundesverdienstkreuz.
Aber wir wissen natürlich alle, dass er da wenig Chancen hat. Unser Bundespräsident Steinmeier zeichnet ja am liebsten Menschen aus, die im verbalen Heldentum tätig sind: die Kämpfer der Gesinnungsfront.
Da würde so ein Busfahrer, der eine echte Heldentat begeht, noch ganz schlimm die Bilanz versauen.
Für unsere Regierenden und ihre Behörden war der Drohnenangriff offenbar eine gewaltige Überraschung. Genau wie die Erstürmung von Ceuta und Melilla durch Tausende Migranten.
Meiner unbescheidenen Meinung nach waren das zwei Ereignisse, mit denen man bei minimaler Kenntnis der weltpolitischen Gegebenheiten zumindest als Möglichkeit rechnen musste – wenn nicht sogar als Wahrscheinlichkeit.
Dass jetzt viele so tun, als seien das völlig unerwartbare Gefahren gewesen, ist inzwischen beinahe typisch deutsch.
Dieses fast tägliche Schockerlebnis unserer Staatsbetreiber nach dem Motto:
„Oh mein Gott – die Realität ist ja tatsächlich real!“
Und dann startet das übliche Krisenprogramm: Erst wird geguckt, dann wird sich empört, dann wird geschworen, dass jetzt etwas passiert – und anschließend legt man sich wieder hin.
Ja, das ist mein bestes Deutschland aller Zeiten:
Vom Wirtschaftswunderland zum Land, in dem dich nichts mehr wundert.
Immerhin eines können unsere selbst ernannten Sachverwalter der Mitte wirklich gut: sich ins eigene Knie schießen.
Diese Woche sahen diverse Vertreter von Schwarz-Rot-Grün endlich ihre Chance. Endlich die Chance, Ulrich Siegmund eins vor seinen blauen Bug zu knallen.
Dieser Kandidat des Satans wendet in Sachsen-Anhalt nämlich eine ganz perfide Methode an:
Er macht erfolgreich Wahlkampf beim Bürger.
Von dieser populistischen Methode haben sich die anständigen Parteien längst verabschiedet. Da spielt der Bürger keine Rolle mehr. Die machen nur noch Wahlkampf für die wirklich wichtigen Instanzen in diesem Staat: ARD und ZDF sowie die Redaktionen der Süddeutschen, des Spiegel und der Zeit.
Und dann hatten etliche Aktivisten der Mitte die Idee, Herrn Siegmund wegen seiner beruflichen Qualifikation anzupacken.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das selbst im Erfolgsfall eine so geniale Idee gewesen wäre.
Was wäre denn passiert, wenn herausgekommen wäre, dass Siegmund eine genauso trümmerhafte Ausbildung hat wie beispielsweise Kevin Kühnert oder Annalena Baerbock – oder das amtierende thüringische Bildungswunder Mario Voigt, seines Zeichens vormaliger Doktor?
Man könnte sagen: Den „Siegmund des Satans“ wegen seiner Bildung anzugreifen, war eine Idee, die eigentlich nur scheitern konnte.
Was sie dann auch tat, als Siegmund sein Bachelorzeugnis vorlegte.
Man könnte sagen: Er ist momentan Deutschlands begehrtester Bachelor.
Doch anstatt alles zu tun, um die verdiente Niederlage ganz schnell unter den Teppich zu kehren, machten die Aktivisten des Guten einfach weiter.
Sie spotteten über das Thema von Siegmunds Arbeit. Darin ging es nämlich um Duftmarketing.
Und plötzlich war für die Aktivisten jeder, der sich beruflich mit Düften und Verkauf beschäftigt, ein geborener Trottel.
Welch schöne Botschaft für die Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten.
Ich selbst liebe übrigens feine Parfums und bewundere alle, die so etwas herstellen oder vermarkten.
Und ich weiß sowieso nicht, was die Vertreter von Rot-Schwarz-Grün immer gegen das Verkaufen haben.
Sie selbst verkaufen ihre Wähler schließlich sehr gern für dumm.
Ein Stück weit macht das jede Partei. Jede Partei – auch die von Ulrich Siegmund. Wobei diese Partei eben noch nie die Gelegenheit hatte zu zeigen, wie sehr sie die Leute für dumm verkauft.
Ganz im Gegensatz zu den anderen Parteien.
Da weiß man mittlerweile leider: Die verkaufen uns für sehr, sehr dumm.
Ich glaube ja, dass die heimliche große Angst der Konkurrenz darin bestehen könnte, dass Bachelor Siegmund die Leute vielleicht ein kleines bisschen weniger für dumm verkauft.
Für die Aktivisten wäre das natürlich eine absolute Katastrophe.
Sie können realistisch betrachtet nur noch hoffen, dass der Mann es auch nicht besser kann als sie.
Ich habe keine Ahnung, wie das ausgeht.
Aber wenn wir gerade von Raumbeduftung sprechen: Mir gefällt er sehr gut, dieser starke, leicht beißende Duft der Angst, den die Berufsguten gerade verströmen.
Der ist das Beste, was wir momentan an frischer Luft erhoffen können.
Jetzt bitte ich Sie um ein Pfand Ihrer Zuneigung: Drücken Sie auf den Gefällt-mir-Knopf, auf den Abo-Knopf, hypen Sie mich – oder ich könnte Sie auch mit meinem Duft um den Verstand bringen.
In Berlin, Frankfurt am Main, Weilburg oder Kammerstein, Lindau, Kempten, Dessau, München und Hamburg.
Ich wünsche Ihnen ein brandneues:
Guten Tag, Deutschland!