Ihr Lieben,
heute vor neun Jahren, am 8. August 2017, habe ich eine Botschaft über das geteilt, was viele Menschen in spirituellen Kreisen als das Löwentor bezeichnen.
Heute möchte ich noch einmal darauf zurückkommen. Doch diesmal aus einer etwas anderen Perspektive. Mit etwas, das auf jedem spirituellen Weg seinen Platz haben sollte:
mit mehr Unterscheidungsvermögen.
Denn die Wahrheit muss keine Prüfung fürchten. Und Spiritualität sollte niemals von uns verlangen, unseren kritischen Verstand aufzugeben, nur damit wir uns weiterhin als spirituell betrachten können.
Heute gibt es Menschen, die das Löwentor als reinen esoterischen Unsinn abtun. Andere sind überzeugt davon, dass sich jedes Jahr am 8. August durch eine ganz bestimmte Ausrichtung von Sirius, Erde, Sonne und Orion tatsächlich ein energetisches Portal öffnet.
Und wieder andere gehen noch weiter und behaupten, dass diese ganze Vorstellung bewusst erschaffen worden sei, um menschliche Energie zu sammeln oder abzuschöpfen.
Ihr Lieben, vielleicht gibt es noch einen anderen Ort, von dem aus wir all das betrachten können.
Einen Raum zwischen blindem Glauben und ebenso blindem Ablehnen.
Sirius ist real.
Seine jahreszeitliche Wiederkehr am Himmel vor Sonnenaufgang ist real.
Und auch die große Bedeutung, die Sirius für alte Kulturen hatte, ist geschichtlich belegt. Besonders die alten Ägypter beobachteten diesen Stern mit großer Aufmerksamkeit. Sein Wiedererscheinen am Morgenhimmel wurde mit Erneuerung, dem Beginn eines neuen Jahres und dem lebensspendenden Zyklus des Nils verbunden.
Was wir heute jedoch als das Löwentor am 8. August bezeichnen, scheint vielmehr eine moderne spirituelle Verbindung verschiedener Elemente zu sein. Dazu gehören die alten Beobachtungen des Sirius, die Zeit des Sternzeichens Löwe, die spirituelle Symbolik dieses Sterns und die numerologische Bedeutung der Zahl Acht.
Und dieser Unterschied ist wichtig.
Wir müssen keine uralte Geschichte erfinden, damit eine heutige spirituelle Praxis Bedeutung haben darf.
Genauso wenig müssen wir etwas für bedeutungslos erklären, nur weil Menschen irgendwann Worte, Symbole und Rituale darum geschaffen haben.
Seit jeher hat die Menschheit zum Himmel geschaut und besondere Übergänge wahrgenommen.
Sonnenwenden.
Tagundnachtgleichen.
Finsternisse.
Mondzyklen.
Die Wiederkehr bestimmter Sterne.
Den Wandel der Jahreszeiten.
Waren unsere Vorfahren deshalb töricht, weil sie sich unter diesem Himmel versammelten?
Oder taten sie vielleicht einfach das, was Menschen seit Jahrtausenden tun?
Sie blickten nach außen zu den Sternen und gleichzeitig nach innen zu sich selbst.
Und genau hier unterscheidet sich meine heutige Sicht von jener Botschaft, die ich vor neun Jahren geschrieben habe.
Ich glaube nicht mehr, dass wir einem Menschen sagen sollten, er müsse etwas unbedingt loslassen, bevor sich ein bestimmtes energetisches Zeitfenster schließt, weil er sonst gezwungen sei, dieses Thema ein weiteres Jahr mit sich herumzutragen.
Denn damit setzen wir Angst an einen Ort, an dem Liebe sein sollte.
Das Universum steht nicht mit einer kosmischen Stoppuhr über dir.
Heilung läuft nicht um Mitternacht ab.
Kein göttliches Wesen schaut auf dich herab und sagt:
Du hast deine Gelegenheit verpasst. Komm nächsten August wieder.
Nein, ihr Lieben.
Und dennoch liegt unter all dieser Symbolik etwas sehr Bedeutungsvolles.
Was wir in uns nicht heilen, begegnet uns häufig erneut.
Die Beziehung verändert sich und dennoch erscheint dieselbe Verletzung in einer anderen Beziehung.
Die äußeren Umstände verändern sich und trotzdem kehrt ein vertrautes Muster zurück.
Die Gesichter wechseln und doch begegnet uns etwas, das wir tief in unserem Inneren bereits kennen.
Nicht, weil wir bestraft werden.
Nicht, weil wir bei irgendeiner kosmischen Prüfung versagt hätten.
Sondern weil das, was in uns unbewusst geblieben ist, weiterhin beeinflussen kann, was wir erschaffen, was wir dulden, wonach wir suchen, wovor wir Angst haben und welche Erfahrungen wir immer wiederholen.
Genau darin spricht die Symbolik des Löwentors für mich weiterhin eine tiefe Sprache.
Loslassen.
Beobachten.
Mut.
Das Herz.
Innere Selbstbestimmung.
Vollendung.
Und die Bereitschaft, durch eine innere Tür hindurchzugehen und weniger mit uns zu tragen als zuvor.
Auch der 8. August 2026 trägt eine interessante Symbolik. In einer verbreiteten Form der Numerologie lässt sich das gesamte Datum erneut auf die Acht zurückführen.
8 8 8
Und nur vier Tage später, am 12. August, wird über Teilen unseres Planeten eine tatsächliche totale Sonnenfinsternis zu beobachten sein.
Beweist das wissenschaftlich, dass sich über uns ein unsichtbares interdimensionales Tor geöffnet hat?
Nein.
Und ich werde dir auch nicht erzählen, dass es so wäre.
Besitzt die Wissenschaft jedoch ein Instrument, mit dem sie messen könnte, welche persönliche oder symbolische Bedeutung ein Mensch in seinem Innersten erlebt, während er unter diesen kosmischen Zyklen steht?
Auch nicht.
Und genau dort bleibt Raum für unsere eigene Erfahrung.
Raum für Meditation.
Raum für Gebet.
Raum für Rituale.
Raum für Stille.
Raum für Erinnerung.
Und Raum für jene heilige Beziehung zwischen Mensch und Himmel, die bereits seit vielen Jahrtausenden besteht.
Doch gib dabei niemals dein eigenes Unterscheidungsvermögen ab.
Wenn dir jemand sagt, dass du heute unbedingt manifestieren musst, dann hinterfrage es.
Wenn dir jemand sagt, dass du heute alles loslassen musst, dann hinterfrage es.
Wenn dir jemand Angst macht und behauptet, etwas Schlimmes werde geschehen, weil du ein bestimmtes Ritual nicht durchgeführt hast, dann stelle Fragen.
Und wenn dir jemand erzählt, jedes körperliche Unwohlsein sei automatisch eine energetische Anhaftung, dann hinterfrage auch das.
Höre auf deinen Körper.
Höre auf deine Gefühle.
Und suche dir die passende Unterstützung, wenn dein Körper Unterstützung braucht.
Gleichzeitig darfst du weiterhin nach innen lauschen und dich fragen:
Was in mir möchte jetzt gesehen werden?
Was trage ich noch mit mir, obwohl es längst nicht mehr zu meinem heutigen Leben gehört?
Welche Geschichte über mich selbst habe ich inzwischen hinter mir gelassen?
Welche Angst möchte ich nicht länger mit meiner Energie nähren?
Wer bin ich, wenn ich aufhöre, mich ausschließlich über das zu definieren, was mir widerfahren ist?
Was bin ich bereit loszulassen, nicht weil irgendein Portal es von mir verlangt, sondern weil ich mich selbst genug liebe, um es endlich ablegen zu dürfen?
Vielleicht ist genau das das eigentliche Tor.
Vielleicht schwebt es gar nicht irgendwo über unseren Köpfen.
Vielleicht befand sich das wichtigste Tor schon immer in uns selbst.
Und vielleicht liegt auch die tiefste Symbolik des Löwen nicht darin, lauter zu brüllen als alle anderen.
Vielleicht bedeutet sie vielmehr, genügend Herz und Mut zu besitzen, vollständig in der eigenen Wahrheit zu stehen, ohne zu verlangen, dass ein anderer Mensch genau dasselbe glauben muss.
Lass diejenigen teilnehmen, die sich davon angesprochen fühlen.
Lass diejenigen Fragen stellen, die Fragen haben.
Und lass diejenigen es ablehnen, die damit nichts anfangen können.
Deine Spiritualität braucht weder ihre Erlaubnis noch ihre Zustimmung.
Aber genauso wenig sollte unsere Spiritualität Angst vor ihren Fragen haben.
Wahrheit braucht keine Verteidigung.
Wahrheit darf betrachtet und hinterfragt werden.
Was auch immer dieser Tag für dich persönlich bedeutet, begegne ihm bewusst.
Lass liebevoll los.
Prüfe sorgfältig.
Liebe tief.
Bleibe mit beiden Füßen auf der Erde.
Und gehe weiter auf deinem Weg, indem du nur noch das mit dir trägst, was wirklich zu deinem jetzigen Leben gehört.
Das Tor muss dich nicht retten.
Das Tor muss dich nicht heilen.
Das Tor muss dir deine Kraft nicht schenken.
Denn du hast diese Kraft niemals verloren.
Ich liebe dich.
Ich liebe euch alle, so wie ich mich selbst liebe.
Frei.
Ehrlich.
Souverän.
Und bedingungslos.
Om Shanti Om.
Namasté.
Sat Nam.
Om Shanti Om – Friede sei mit dir. Tiefer innerer und äußerer Frieden.
Namasté – Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir.
Sat Nam – „Wahre Identität“ oder „Die Wahrheit ist mein Wesen“.
Soother of Souls – Tröster der Seelen oder Begleiter der Seelen.
© Transkript / Zusammenfassung / Übersetzung / Rosi / esistallesda.de
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