Zwischen Vollendung und Neubeginn. Lauren Gorgo

Der September öffnet einen kraftvollen Übergang zwischen dem, was sich vollendet, und dem, was jetzt geboren werden möchte.

Nach den intensiven Energien der vergangenen Zeit wird immer deutlicher sichtbar, welche alten Strukturen keinen Platz mehr in unserem neuen Selbstverständnis haben. Was wir bereits innerlich erkannt und verändert haben, möchte nun tiefer im Körper, in unserem Alltag und in unserer Art zu leben ankommen.

Die symbolische Energie der Zahlen 9 und 1 beschreibt diesen Übergang besonders schön.

Die 9 steht für Vollendung, Loslassen und das Ende eines Zyklus.

Die 1 trägt die Energie des Anfangs, der Geburt und des bewussten Ich Bin.

Damit begegnen sich im September zwei Bewegungen, die eigentlich untrennbar miteinander verbunden sind: Etwas geht zu Ende und genau dadurch entsteht Raum für etwas Neues.

Manchmal erleben wir solche Übergänge fast wie einen inneren Tod. Nicht im wörtlichen Sinne, sondern als Abschied von einer Identität, einer Rolle oder einer Art, durchs Leben zu gehen, die uns lange begleitet hat.

Besonders das Verhältnis zwischen männlicher und weiblicher Energie darf sich dabei neu ordnen.

Alte männliche Muster, die von Kontrolle, Druck, Leistung, Kampf oder ständigem Funktionieren geprägt sind, verlieren zunehmend ihre Kraft. Nicht das Männliche selbst soll verschwinden. Vielmehr darf eine überholte Form davon gehen, damit eine neue Verbindung zwischen männlicher Klarheit und weiblicher Weisheit entstehen kann.

Denn das Weibliche muss sich nicht länger zurücknehmen, erschöpfen oder aufopfern, um alten Strukturen Raum zu geben.

Die Jungfrau Zeit erinnert uns daran, wieder stärker in den Körper zurückzukehren. Zu empfangen. Zu nähren. Auf unsere natürlichen Rhythmen zu achten und dem, was in uns entstehen möchte, tatsächlich Raum zu geben.

Geburt braucht diesen Raum.

Und manchmal braucht sie vorher ein Ende.

Vielleicht besteht die eigentliche Einladung dieser Zeit deshalb darin, nicht länger festzuhalten, was bereits erfüllt ist.

Eine alte Rolle darf enden.

Ein überholtes Selbstbild darf gehen.

Ein bisheriger Umgang mit Beziehungen, Leistung oder Selbstwert darf sich verändern.

Wir müssen nicht wissen, wie das Neue vollständig aussehen wird, bevor wir das Alte loslassen.

Manches wird erst sichtbar, wenn genügend Raum entstanden ist.

Das Alte darf sterben, damit das Neue nicht länger darum kämpfen muss, geboren zu werden. 🌹

Und vielleicht ist genau das die tiefere Bewegung dieses Septembers:

Nicht jemand anderes zu werden, sondern endlich dem Teil von uns Raum zu geben, der längst bereit ist, gelebt zu werden.

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© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung