Ashtar: Ich bin, der ich bin und die Rückkehr zu eurem wahren Selbst
Es gibt einen uralten Satz, der in ähnlicher Form in den verschiedensten Kulturen der Menschheit auftaucht:
Ich bin, der ich bin.
Diese Worte stehen für weit mehr als eine einfache Aussage. Sie erinnern euch an eure wahre Natur und an die göttliche Gegenwart, die bereits in euch existiert. Wenn ihr bewusst sagt oder denkt „Ich bin“, richtet ihr eure Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment. Gedanken an die Vergangenheit und Sorgen über die Zukunft treten zurück und ihr kehrt zu eurem eigenen Sein zurück.
Mit den Worten „der ich bin“ erkennt ihr euch als Ausdruck derselben göttlichen Quelle, die sich durch alles Leben zeigt. Es gibt eine gemeinsame göttliche Gegenwart, die sich in unzähligen Formen ausdrückt. Ihr seid ein Teil dieser Einheit.
Diese Erkenntnis bildet einen wichtigen Schritt auf eurem spirituellen Weg. Viele von euch haben lange nach Lehrern, Meistern, Schriften und Zeichen gesucht, um herauszufinden, wer sie wirklich sind und warum sie hier sind. Diese Suche hatte ihren Sinn und brachte Erfahrungen und Erkenntnisse. Jetzt beginnt jedoch die Erkenntnis, dass das Gesuchte immer in euch selbst vorhanden war.
Mit „Ich bin, der ich bin“ löst ihr euch zunehmend von der Abhängigkeit äußerer Bestätigung. Ihr erkennt eure eigene innere Autorität und eure schöpferische Kraft. Wahre Selbstbestimmung führt dabei weder zu Überheblichkeit noch zu Isolation. Sie vertieft vielmehr die Verbindung mit anderen, denn wer das göttliche Licht in sich selbst erkennt, erkennt dasselbe Licht auch in jedem anderen Wesen.
Diese Veränderung zeigt sich auf unterschiedliche Weise. Äußere Autoritäten verlieren möglicherweise an Bedeutung, während das Vertrauen in die eigene innere Wahrnehmung wächst. Gleichzeitig entsteht ein stärkeres Gefühl der Verbundenheit mit anderen Menschen, selbst in gewöhnlichen Begegnungen des Alltags.
Auch das Verständnis von Dunkelheit verändert sich. Was Menschen als das Böse bezeichnen, entsteht nach dieser Botschaft aus der Illusion der Trennung. Jedes Wesen stammt aus derselben Quelle. Grausamkeit, Gier, Hass und Gewalt entstehen dort, wo ein Bewusstsein seine Verbindung zu dieser Quelle und zum Licht in anderen vergessen hat.
Licht und Dunkelheit bilden deshalb keine zwei gleichwertigen gegnerischen Mächte. Es gibt eine Quelle, die sich durch zahlreiche Formen und Erfahrungen ausdrückt. Die Erfahrung der Dualität mit ihren Gegensätzen von Gut und Böse oder Licht und Dunkelheit dient dem Bewusstsein dazu, sich selbst aus unterschiedlichen Perspektiven zu erfahren.
Mit dem Weg in ein erweitertes Bewusstsein beginnt diese Erfahrung der Trennung ihren Zweck zu erfüllen. Alte Lektionen werden integriert und müssen nicht endlos wiederholt werden.
Dazu gehört auch das Loslassen früherer Identitäten. Im Laufe eurer Existenz habt ihr zahlreiche Rollen und Selbstbilder angenommen. Keine dieser Erfahrungen war bedeutungslos, doch keine einzelne Rolle beschreibt vollständig, wer ihr seid.
Der Verstand hält häufig an bestimmten Vorstellungen fest: an der eigenen Geschichte, an Erfolgen, Verletzungen, Herkunft oder gesellschaftlichen Rollen. Doch all das gleicht Kleidung, die für eine bestimmte Zeit getragen wird. Darunter bleibt ein tieferes, beständiges Selbst bestehen.
Dieser Prozess wirkt sich auch auf Beziehungen aus. Manche Verbindungen werden tiefer, weil alte Unsicherheiten und Abwehrhaltungen verschwinden. Andere Beziehungen verlieren an Nähe, besonders wenn sie davon abhängig waren, dass ihr unsicher bleibt oder ständig die Zustimmung anderer sucht.
Das Loslassen alter Identitäten kann Trauer auslösen. Auch eine begrenzende frühere Version eures Selbst hat euch bis hierher begleitet. Diese Trauer darf ihren Raum erhalten. Es besteht kein Grund, sie mit erzwungener Positivität zu überdecken.
Mit zunehmender innerer Ausrichtung beginnt das Leben leichter zu fließen. Der Versuch, jede Einzelheit kontrollieren zu müssen, verliert an Bedeutung. Inspiration, Kreativität, neue Ideen und Lösungen entstehen natürlicher. Gedanken, Worte und Handlungen kommen zunehmend miteinander in Einklang.
Im Alltag könnt ihr diese Verbindung bewusst stärken. Sobald ihr euch ausschließlich über euren Beruf, euren Besitz, eure Vergangenheit oder die Meinung anderer definiert, haltet kurz inne. Kehrt zu der einfacheren Wahrheit zurück:
Ich bin.
Ihr seid nicht nur eure Arbeit. Ihr seid nicht das Bild, das andere von euch haben. Ihr seid auch nicht ausschließlich eure Vergangenheit. Durch die wiederholte Rückkehr zum einfachen „Ich bin“ verliert die Gewohnheit an Kraft, die eigene Identität vollständig aus äußeren Umständen aufzubauen.
Selbstbestimmung bedeutet dabei nicht, Lehrer oder spirituelle Führung abzulehnen. Ihr könnt weiterhin von anderen lernen, ohne euren eigenen Wert von ihnen abhängig zu machen. Wissen und Führung werden dann aus freier Entscheidung angenommen und nicht aus dem Gefühl heraus, jemand anderes müsse euch sagen, wer ihr seid.
Auch Geduld gehört zu diesem Prozess. Alte Gewohnheiten und Gefühle können erneut auftauchen. Momente der Unsicherheit bedeuten nicht, dass die Entwicklung zum Stillstand gekommen ist. Veränderung verläuft nicht immer geradlinig.
Wenn Zweifel entstehen oder ihr wieder beginnt, eure Antworten ausschließlich außerhalb von euch zu suchen, kehrt zu eurem Herzen zurück und erinnert euch an die Worte:
Ich bin, der ich bin.
Diese Aussage soll euch in eure eigene Gegenwart zurückführen und euch daran erinnern, dass wahre Selbstbestimmung nicht von anderen trennt. Sie vertieft die Verbindung zum Leben, zu anderen Menschen und zur gemeinsamen Quelle.
Die zentrale Botschaft lautet deshalb: Das, wonach ihr lange im Außen gesucht habt, liegt bereits in euch. Je bewusster ihr eure wahre Natur erkennt, desto weniger braucht ihr äußere Bestätigung. Ihr beginnt, alte Identitäten loszulassen, euch mit anderen stärker verbunden zu fühlen und aus einer ruhigeren inneren Gewissheit heraus zu leben.
„Ich bin, der ich bin“ wird damit zu einer Erinnerung an das, was nach dieser Botschaft niemals verloren geht, sondern lediglich zeitweise vergessen werden kann: die Verbindung zur eigenen göttlichen Natur und zur Einheit allen Lebens.
Anmerkung zur Übersetzung
Jeder Mensch liest und empfindet Worte anders. Was den einen berührt oder zum Nachdenken bringt, sieht ein anderer vielleicht kritisch … und beides darf sein.
In meinen Übersetzungen möchte ich die Gedanken des Originals möglichst verständlich und einfühlsam wiedergeben, ohne sie zu bewerten. Sie (der jeweilige Text, meine Übersetzung und der gegebene Inhalt) erheben keinen Anspruch darauf, dass alles Gesagte wahr oder für jeden stimmig ist.
Lies bitte gerne (im Konjunktiv – wie immer – mit offenem Herzen und wachem Verstand: Nimm mit, was dich anspricht, hinterfrage, was Fragen aufwirft … und bilde dir deine eigene Meinung.
Denn am Ende darf jeder seinen eigenen Weg zu seinen Erkenntnissen finden.
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