Andreas Reichstädter Zwischen Schulmedizin und Lichtenergetik
Andreas Reichstädter ist ehemaliger Arzt, Lichtenergetiker und Autor – und jemand, der lange zwischen zwei Welten unterwegs war. Die Schulmedizin vermittelte ihm das Wissen über den Körper, doch seine eigene Wahrnehmung führte ihn schon früh zu Fragen, auf die er dort keine Antworten fand.
Als Kind hatte Andreas Angst vor der Dunkelheit. Er erzählt von Schatten, die er wahrnahm, von Nächten, in denen er kaum schlafen konnte, und von einer Sensibilität, die lange keinen Platz in seinem Leben hatte. Erst viele Jahre später lernte er, diese Erfahrungen nicht mehr nur als Bedrohung zu sehen, sondern als Teil seines Weges.
Der Wendepunkt kam während seiner Zeit als Arzt. Die schwere Erkrankung eines Familienmitglieds brachte ihn dazu, nach zusätzlichen Wegen zu suchen. Nicht, um die Schulmedizin abzulehnen, sondern um sie aus seiner Sicht um eine weitere Perspektive zu ergänzen. Dieser Übergang dauerte Jahre und verlangte ihm ab, sich von alten Erwartungen, Ängsten und einem klar definierten Berufsbild zu lösen.
In dieser Folge sprechen Eva und Andreas über Lichtenergetik, den freien Willen, die Grenzen des Helfens und die Frage, warum Heilung für ihn mehr bedeutet als Symptomfreiheit. Sie sprechen über die Reaktionen von Freunden und Familie, die Arbeit am eigenen Ego, über Verlust und den Tod seiner Mutter sowie über den inneren Frieden, den Andreas heute inmitten von Zweifeln, Ängsten und Veränderungen findet.
Außerdem erzählt Andreas, warum sein Buch „Lebe, was du wirklich bist“ heißt, was es für ihn bedeutet, die eigene Identität nicht mit einem „Ich bin“ zu verwechseln, wie er mit Atemarbeit und Schutzritualen umgeht und weshalb er in der Auseinandersetzung mit Vorleben und Ahnen eine Form der Selbstverantwortung sieht.
Die Kapitel
0:00 Intro – Der Arzt, der sich für einen neuen Weg entschied
0:49 Willkommen: Andreas Reichstädter im Studio
1:00 Was ist Lichtenergetik?
2:45 Zwischen Schulmedizin und Spiritualität
5:54 Der Wunsch zu helfen und der Weg ins Medizinstudium
7:20 Kindheit: Angst, Schatten und feinstoffliche Wahrnehmung
10:10 Was Andreas heute wahrnimmt
13:50 Eine Zeit des Wandels und die Sensibilität der Kinder
18:21 „Ich bin Lichtenergetiker“ – der Übergang in drei Etappen
20:40 Medizinisches Wissen und energetische Arbeit verbinden
24:50 Wenn Menschen glauben, Andreas sei ihre letzte Hoffnung
27:47 Liebe Licht, kaltes Licht und die Bedeutung klarer Bitten
33:00 Schutz, Dualität und Spiritualität statt Religion
36:20 Wie Freunde und Familie auf seinen Wandel reagierten
40:48 Partnerschaft, Familie und der Wunsch nach Kindern
42:49 Fehler auf dem Weg: Grenzen, Helfenwollen und Ego
49:06 Zweifel, Vertrauen und innerer Frieden
53:20 Heilung und freier Wille – was, wenn jemand nicht weiter will?
56:53 Der Tod: Wie der Verlust seiner Mutter Andreas’ Sicht veränderte
59:09 „Lebe, was du wirklich bist“ – die Geschichte hinter dem Buchtitel
62:44 Wer bin ich ohne Rollen? Das bewusste „Ich bin“
65:42 Bei sich bleiben – in der Natur, im Alltag und an der Billa Kassa
67:56 Die wichtigste Botschaft: Annahme statt Opferrolle
70:12 Eine prägende Heilerfahrung im Waldviertel
73:25 Was Andreas’ Weg ihn gekostet hat
77:22 Was ihn an der Arbeit mit Klientinnen und Klienten wirklich berührt
80:09 Selbstverantwortung: Die Frage, die kaum jemand stellt
82:33 Menschenmengen, feine Wahrnehmung und energetische Grenzen
85:34 Lichtatmung: Angst loslassen, Zuversicht einladen
87:40 Vorleben: Die Erfahrung, durch die Andreas seinen Weg fand
93:21 Ahnenlinien, Generationenthemen und Heilung
100:17 Seelenverwandtschaft und familiäre Verbindungen
102:51 Was Andreas seinem jüngeren Ich sagen würde
104:03 Evas Fazit und das Buch „Lebe, was du wirklich bist“
Gast: Dr. Andreas Reichstädter, ehemaliger Arzt, Lichtenergetiker und Autor von „Lebe, was du wirklich bist“ (Novum Verlag)
Format: Eva schreibt mit

Buchvorstellung: https://www.esistallesda.de/2026/03/21/buchempfehlung-lebe-was-du-wirklich-bist-dr-med-andreas-reichstaedter/
Andreas im Gespräch mit Petra Führich: https://www.esistallesda.de/2026/03/15/arzt-erkennt-es-gibt-mehr-als-schulmedizin-seine-spirituelle-reise-i-dr-andreas-reichstaedter/
© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung
Andreas Reichstädter Vom Arzt zum Lichtenergetiker
1 Intro Der Arzt, der sich für einen neuen Weg entschied
Andreas Reichstädter erzählt von einer Kindheit, die stark von Ängsten und ungewöhnlichen Wahrnehmungen geprägt war. Besonders nachts nahm er Schatten wahr und fürchtete sich vor der Dunkelheit. Später begegnete er auch in seinem Umfeld Skepsis gegenüber seinem spirituellen Weg. Ein Freund befürchtete sogar, Andreas sei in eine Sekte geraten.
Heute verbindet Andreas seine medizinische Ausbildung mit seiner Arbeit als Lichtenergetiker. Im Gespräch geht es um Wahrnehmung, Spiritualität und seinen persönlichen Weg von der Schulmedizin zu einer für ihn umfassenderen Sicht auf den Menschen.
2 Willkommen Andreas Reichstädter im Studio
Andreas ist ausgebildeter Arzt, hat seinen ursprünglichen Beruf jedoch aufgegeben und arbeitet heute als Lichtenergetiker. Seine medizinische Ausbildung ist für ihn trotzdem weiterhin ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit.
3 Was ist Lichtenergetik
Lichtenergetik bedeutet für Andreas, den Menschen als Einheit aus Körper, Geist und Seele zu betrachten. Sein Ansatz richtet sich nicht ausschließlich auf Symptome und Erkrankungen, sondern auf die Suche nach den Ursachen, die seiner Auffassung nach hinter körperlichen Beschwerden liegen können.
Dabei arbeitet er mit einem universellen Licht, das er als bedingungsloses Liebelicht beschreibt. Dieses Licht steht seiner Überzeugung nach allen Menschen zur Verfügung. Als einfaches Beispiel nennt er eine Mutter, die intuitiv ihre Hand auf die schmerzende Stelle ihres Kindes legt. Er selbst hat gelernt, diese Energie nach eigener Aussage bewusst zu kanalisieren und gezielt einzusetzen.
4 Zwischen Schulmedizin und Spiritualität
Zu Beginn seines Übergangs empfand Andreas Schulmedizin und Lichtenergetik als zwei getrennte Welten. Auch gegenüber Familie und Freunden führte er zeitweise eine Art Doppelleben. Heute empfindet er diese Trennung nicht mehr. Beide Bereiche sind für ihn zu einer Realität verschmolzen.
Die ersten Impulse für einen anderen Weg kamen während seiner ärztlichen Ausbildung um 2008 oder 2009. Ausschlaggebend war die schwere Erkrankung eines Familienmitglieds. Diagnostik und Schmerztherapie brachten aus seiner Sicht nicht die erhofften Ergebnisse, weshalb er nach zusätzlichen Möglichkeiten suchte.
Die anfängliche Frustration gegenüber der Schulmedizin ist inzwischen einer neuen Wertschätzung gewichen. Andreas betrachtet unterschiedliche Therapieformen heute als gleichwertige Möglichkeiten, die sich ergänzen können. Sein Übergang zur Lichtenergetik dauerte insgesamt etwa acht bis neun Jahre.
5 Der Wunsch zu helfen und der Weg ins Medizinstudium
Andreas stammt aus einer medizinisch geprägten Familie. Sein Großvater war Landarzt, ein weiterer Großvater Tierarzt, auch andere Familienmitglieder arbeiteten medizinisch.
Trotzdem entschied er sich nicht für das Studium, weil Arzt sein großer Kindheitstraum war. Sein eigentlicher Antrieb war der Wunsch, Menschen zu helfen. Er selbst litt als Kind unter Allergien, Krankheiten und Konzentrationsproblemen.
Das Medizinstudium war für ihn deshalb ein Wagnis. Er wusste nicht, ob er es schaffen würde, spürte aber, dass die grundsätzliche Richtung stimmte. Innerhalb der klassischen Medizin fand er schließlich nicht den Weg, der ihn dauerhaft erfüllte.
6 Kindheit Angst Schatten und feinstoffliche Wahrnehmung
Schon als Kind nahm Andreas nach eigener Aussage feinstoffliche Erscheinungen wahr. Sobald es dunkel wurde, sah er schemenhafte Schatten oder spürte Präsenzen im Raum. Gleichzeitig erinnert er sich an positive Wahrnehmungen in der Natur und eine starke Verbindung zu Natur und Lichtwesen.
Die nächtlichen Erfahrungen machten ihm jedoch große Angst. Er traute sich teilweise nicht einmal aufzustehen und zur Toilette zu gehen. Weil er nachts wenig schlief, hatte er tagsüber Konzentrationsprobleme. Seine Schwierigkeiten wurden damals psychologisch und medizinisch untersucht, über seine eigentlichen Wahrnehmungen sprach er jedoch kaum.
Heute deutet Andreas diese damaligen Erfahrungen innerhalb seines spirituellen Weltbildes anders.
7 Was Andreas heute wahrnimmt
Während seiner Ausbildung zum Lichtenergetiker kehrten die Wahrnehmungen aus seiner Kindheit intensiv zurück. Dadurch kamen zunächst auch die alten Ängste wieder hoch.
Heute geht Andreas anders damit um. Wenn er etwas wahrnimmt, das ihn begleitet oder seine Aufmerksamkeit verlangt, versucht er herauszufinden, worum es geht. Entscheidend ist für ihn, dabei nicht aus Angst, sondern aus innerer Ruhe und Verbundenheit zu handeln.
Er nimmt außerdem Räume und Menschen als unterschiedlich leicht oder schwer wahr. Seine Wahrnehmung kann er inzwischen bewusst in den Hintergrund treten lassen. Auren sieht er nach eigener Aussage dagegen nicht.
Grundsätzlich geht Andreas davon aus, dass Menschen unterschiedliche Formen feinstofflicher Wahrnehmung besitzen und Kinder dafür häufig besonders offen sind.
8 Eine Zeit des Wandels und die Sensibilität der Kinder
Andreas versteht die Gegenwart als eine Zeit großer Bewusstseinsveränderung. Nach seiner spirituellen Vorstellung bewegt sich die Menschheit von einer verstandesgeprägten, trennenden Lebensweise wieder stärker in Richtung Herz und Verbundenheit.
Viele persönliche Krisen und Erkrankungen betrachtet er in diesem Zusammenhang als mögliche Heilungsprozesse. Er vergleicht dies mit einer körperlichen Infektion: Erst wenn das Immunsystem reagiert und der Körper zu heilen beginnt, fühlt sich der Mensch tatsächlich krank.
Für Andreas ist deshalb Annahme ein wichtiger erster Schritt. Gerade Kinder betrachtet er als besonders sensibel. Er plädiert dafür, ihre Wahrnehmung und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen, anstatt sie ausschließlich an bestehende Normen anzupassen.
9 Ich bin Lichtenergetiker Der Übergang in drei Etappen
Andreas beschreibt seinen beruflichen Identitätswechsel als Prozess in drei Etappen. Zunächst stellte er sich als „Arzt und Lichtenergetiker“ vor. Beim nächsten Mal sagte er bereits „Lichtenergetiker und Arzt“. Erst beim dritten Anlauf konnte er ohne Absicherung sagen: „Ich bin Lichtenergetiker.“
Dieser Moment fühlte sich für ihn wie eine Befreiung an. Trotzdem lehnt er seine medizinische Vergangenheit nicht ab. Erst mit der Zeit gelang es ihm, beide Seiten miteinander zu verbinden.
10 Medizinisches Wissen und energetische Arbeit verbinden
Andreas sieht Schulmedizin und Lichtenergetik nicht als Gegensätze. Für ihn ergänzen sie sich. Gerade sein anatomisches und medizinisches Wissen nutzt er weiterhin in seiner energetischen Arbeit.
Sein medizinischer Hintergrund ermöglicht ihm nach eigener Aussage, sehr spezifisch über einzelne Strukturen des Körpers nachzudenken. Gleichzeitig entwickelte er aus seiner Ausbildung, seinen Erfahrungen und unterschiedlichen Einflüssen zunehmend seinen eigenen Ansatz.
Bereits vor einem ersten Termin versucht er einzuschätzen, ob er der richtige Ansprechpartner für einen Menschen ist. Glaubt er, nicht helfen zu können, sagt er nach eigener Aussage lieber vorher ab, anstatt jemanden für eine Sitzung kommen und bezahlen zu lassen.
11 Wenn Menschen glauben Andreas sei ihre letzte Hoffnung
Zu Beginn seiner Tätigkeit setzte Andreas die Aussage, er sei die „letzte Hoffnung“, stark unter Druck. Mit der Zeit lernte er, zwischen Mitleid und Mitgefühl zu unterscheiden und nicht mehr die Verantwortung für das Ergebnis zu übernehmen.
Er möchte Menschen vielmehr wieder mit ihrem eigenen Vertrauen verbinden. Innerhalb seines spirituellen Verständnisses geht er davon aus, dass jeder Mensch von Lichtwesen begleitet wird und um Unterstützung bitten kann.
Den freien Willen betrachtet er dabei als entscheidend. Hilfe darf nicht aufgezwungen werden. Deshalb möchte er selbst ausdrücklich nicht als letzte Hoffnung verstanden werden.
12 Liebelicht kaltes Licht und die Bedeutung klarer Bitten
Andreas unterscheidet verschiedene Lichtqualitäten. Auf der einen Seite steht für ihn das bedingungslose Liebelicht, das Liebe, Licht und Bewusstsein vereint. Daneben beschreibt er ein „kaltes Licht“, dem nach seiner Vorstellung die Qualität der Liebe fehlt.
Deshalb formuliert er seine Bitten um spirituelle Unterstützung sehr genau und richtet sie ausdrücklich an das bedingungslose Liebelicht und die damit verbundenen Lichthelfer.
Gleichzeitig bedeutet liebevolle Unterstützung für ihn nicht zwangsläufig, dass Beschwerden sofort verschwinden. Auch schwierige Erfahrungen können nach seiner Auffassung Teil eines Entwicklungsweges sein. Entscheidend ist deshalb nicht sein persönlicher Wunsch nach Heilung, sondern der freie Wille des jeweiligen Menschen.
13 Schutz Dualität und Spiritualität statt Religion
Andreas lebt nach eigener Aussage mit zwei gleichzeitig vorhandenen Ebenen: Einerseits empfindet er Einheit und inneren Frieden, andererseits lebt er selbstverständlich im konkreten Alltag mit Zeitplänen, Zugtickets und praktischen Verpflichtungen.
Da er sich als sehr empfänglich für Energien erlebt, achtet er auf Abgrenzung und Schutz.
Religiös bezeichnet er sich nicht, sondern spirituell. Er wuchs mit katholischen und evangelischen Einflüssen auf und fühlt sich Jesus und Maria Magdalena verbunden. Gleichzeitig empfindet er institutionelle und patriarchale Aspekte der Kirche als nicht stimmig. Er möchte sich keiner einzelnen Religion zuordnen und sieht auch in anderen Traditionen wertvolle Ansätze.
14 Wie Freunde und Familie auf seinen Wandel reagierten
Für Andreas fühlt sich sein früheres Leben heute beinahe wie ein anderes Leben an. Freunde und Familienmitglieder reagierten zunächst skeptisch. Manche befürchteten, er entferne sich zu weit von seinem bisherigen medizinischen Weg.
Auch alte Freundschaften veränderten sich. Gespräche blieben teilweise bei gemeinsamen Erinnerungen stehen, während Andreas über seine gegenwärtigen Erfahrungen und seine innere Entwicklung kaum sprechen konnte.
Er akzeptiert heute, dass nicht jeder Mensch diesen Weg mit ihm teilen möchte. Gleichzeitig kamen nach und nach neue Menschen in sein Leben, mit denen ein offenerer Austausch möglich ist.
15 Partnerschaft Familie und der Wunsch nach Kindern
Seine Familie reagierte zunächst überrascht, lernte seine neue Arbeit jedoch zunehmend kennen. Besonders dankbar ist Andreas seiner Frau, die den Weg der Bewusstwerdung gemeinsam mit ihm gegangen ist. Dadurch fühlte er sich in dieser Veränderungsphase nicht allein.
Eigene Kinder hat Andreas nicht, obwohl er sie sich sehr gewünscht hat. Kinder lagen ihm immer am Herzen. Wäre er in der Schulmedizin geblieben, hätte er sich am ehesten eine Tätigkeit als Kinderarzt vorstellen können. Dies verbindet er auch mit seinen eigenen schwierigen Erfahrungen als krankes Kind.
16 Fehler auf dem Weg Grenzen Helfenwollen und Ego
Andreas spricht offen über Fehler aus seiner Anfangszeit. Aus einem starken Wunsch zu helfen überschritt er zunächst Grenzen und beschäftigte sich beispielsweise mit Problemen von Familienmitgliedern, ohne vorher um deren Zustimmung gebeten worden zu sein.
Er lernte daraus, dass Hilfe immer das Einverständnis des anderen Menschen voraussetzt. Außerdem gab er Menschen anfangs teilweise zu viele Informationen auf einmal und überforderte sie damit.
Eine weitere Herausforderung war sein eigenes Ego. Besonders bei schweren Erkrankungen bemerkte er den Wunsch, etwas erreichen zu können, woran andere gescheitert waren. Die intensive Auseinandersetzung mit diesem Ego dauerte Jahre. Heute geht es ihm nicht darum, das Ego vollständig loszuwerden, sondern ihm einen angemessenen Platz zu geben.
17 Zweifel Vertrauen und der innere Frieden
Auch Andreas zweifelte auf seinem Weg. Besonders schwierig waren Situationen, in denen vermeintliche Antworten später widersprüchlich erschienen oder sich trotz intensiver Arbeit keine Verbesserung zeigte.
Heute begegnet er solchen Situationen mit größerem Vertrauen. Er akzeptiert, nicht alles verstehen oder kontrollieren zu können.
Dieses Vertrauen beschreibt er als inneren Frieden. Sein Leben empfindet er als Abenteuer, das sich Schritt für Schritt entfaltet. Er vergleicht seinen heutigen Zustand mit dem Auge eines Hurrikans: Außen kann vieles toben, während im Inneren Ruhe herrscht.
Seine eigene Entwicklung begann dabei weniger aus Selbstliebe als aus der Liebe zu einem schwer erkrankten Familienmitglied. Erst auf diesem Weg wurde auch Selbstliebe zu einem wichtigen Thema.
18 Heilung und freier Wille Was wenn jemand nicht weiter will
Andreas unterscheidet zwischen dem Wunsch der Persönlichkeit und dem, was er als Weg der Seele versteht. Ein Mensch kann körperlich unbedingt gesund werden wollen, während die Erkrankung nach Andreas’ Vorstellung auf einer anderen Ebene Teil eines Entwicklungsprozesses ist. Umgekehrt kann ein Mensch resignieren, obwohl nach seiner Auffassung weitere Entwicklung möglich wäre.
Entscheidend bleibt für ihn der freie Wille. Möchte ein Mensch keine weitere Hilfe, respektiert Andreas diese Entscheidung. Erkennt er dagegen vor allem Erschöpfung und Verzweiflung, versucht er, Mut zu machen und weitere Möglichkeiten aufzuzeigen.
19 Der Tod Wie der Verlust seiner Mutter Andreas Sicht veränderte
Früher hatte Andreas große Angst vor dem Tod. Er verband Sterben vor allem mit Krankheit, Schmerzen und körperlichem Verfall.
Der plötzliche Tod seiner Mutter bei einem Verkehrsunfall und seine spirituelle Auseinandersetzung damit veränderten seine Sicht grundlegend. Heute empfindet er den Tod als Teil des Lebens und sogar als Erinnerung daran, bewusst zu leben.
Er vergleicht das Leben mit einem Urlaub, dessen begrenzte Dauer dazu führt, die letzten Tage besonders intensiv wahrzunehmen. Weil Andreas nicht weiß, wann sein eigener letzter Tag kommt, möchte er sein Leben nicht verschwenden, sondern möglichst bewusst erleben.
20 Lebe was du wirklich bist Die Geschichte hinter dem Buchtitel
Der Titel seines Buches lautet bewusst „Lebe, was du wirklich bist“ und nicht „Lebe, wer du wirklich bist“. Das „Wer“ wäre für Andreas bereits wieder eine Identifikation mit einer Person oder Rolle.
Er versteht sich im Kern als Seele beziehungsweise spirituelles Wesen, das momentan das menschliche Leben von Andreas erlebt. Arzt, Lichtenergetiker oder Autor sind für ihn Rollen, aber nicht seine eigentliche Identität.
Seine persönliche Entwicklung beschreibt er als schrittweises Freilegen dieses inneren Wesens. Ängste, alte Erfahrungen und Verletzungen bilden für ihn Schichten, die nach und nach bearbeitet werden können. Das Buch soll anderen Menschen diese Sichtweise anhand seines eigenen Weges zugänglich machen.
21 Wer bin ich ohne Rollen Das bewusste Ich bin
Andreas achtet sehr bewusst auf Formulierungen mit „Ich bin“. Er sagt beispielsweise nicht „Ich bin Vegetarier“, sondern betrachtet vegetarische Ernährung als eine Lebensweise. Ebenso ist „Lichtenergetiker“ für ihn eine Rolle und nicht sein eigentliches Sein.
Auch Aussagen wie „Ich bin müde“ oder „Ich bin traurig“ ersetzt er für sich durch „Ich fühle mich müde“ oder „Ich fühle mich traurig“. Damit unterscheidet er zwischen einem momentanen Zustand und seiner Identität.
Seine zentrale Erkenntnis lautet, dass Liebe, Frieden und Glück nicht ausschließlich im Außen gefunden werden müssen. Für ihn sind diese Qualitäten bereits im Menschen vorhanden. Deshalb verlagerte sich seine Suche zunehmend vom Außen nach innen.
22 Bei sich bleiben In der Natur im Alltag und an der Billa Kassa
Am leichtesten findet Andreas in der Natur zu sich. Besonders Wasser, Seen, Regen und Wald vermitteln ihm Ruhe und Frieden.
Mittlerweile gelingt ihm diese innere Zentrierung zunehmend auch bei der Arbeit, in der Familie und im Alltag. Statt sofort in Diskussionen und Bewertungen einzusteigen, versucht er häufiger, eine beobachtende Haltung einzunehmen.
Dass dies nicht immer funktioniert, sagt er ebenfalls offen. Auch er verliert im Straßenverkehr die Geduld oder ertappt sich bei Bewertungen. Der Unterschied zu früher besteht für ihn darin, dass er es schneller bemerkt und korrigiert.
23 Die wichtigste Botschaft Annahme statt Opferrolle
Als einen der wichtigsten Schritte bezeichnet Andreas die Erkenntnis, dass das, was Menschen im Außen suchen, nach seiner Überzeugung bereits in ihnen vorhanden ist.
Dabei bedeutet Annahme nicht, alles gutzuheißen oder unverändert zu lassen. Zunächst geht es darum, den gegenwärtigen Zustand anzuerkennen und sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist für ihn Selbstverantwortung. Er beschreibt seinen eigenen langen Aufenthalt in der Opferrolle und sieht einen entscheidenden Entwicklungsschritt darin, wieder Handlungsmöglichkeiten und eigene Anteile zu erkennen.
24 Eine prägende Heilerfahrung im Waldviertel
Während seiner Ausbildung im Waldviertel nahm Andreas an einer Heilmeditation teil. Seine Ausbildnerin lud dabei nach seiner Darstellung zwei Lichtwesen ein. Die Erfahrung war für ihn körperlich sehr intensiv und schmerzhaft.
Zwei Monate später wiederholte er die Übung allein. Er beschreibt erneut eine intensive Phase, nach der plötzlich tiefer Frieden eintrat. Für ihn wurde diese Erfahrung zu einem Wendepunkt.
Er gewann daraus die Überzeugung, dass Menschen nicht allein sind und Unterstützung vorhanden ist. Vertrauen und das bewusste Bitten um Hilfe wurden dadurch zu wichtigen Bestandteilen seines spirituellen Weges.
25 Was Andreas Weg ihn gekostet hat
Sein Weg hatte für Andreas einen Preis. Dazu zählt er scherzhaft zunächst sein Ego. Vor allem aber beschreibt er jahrelange intensive innere Arbeit.
Er beobachtete nahezu ständig seine Gedanken und Gefühle und setzte sich mit seiner Vergangenheit auseinander. Dabei gab es Einsamkeit, Frustration und Verzweiflung.
Auch das Medizinstudium war durch starken Leistungsdruck und Prüfungsängste belastet. Die Ausbildung zum Lichtenergetiker empfand er ebenfalls als anstrengend, gleichzeitig aber als befreiend, weil er dabei zunehmend Veränderungen in sich wahrnahm. Trotz aller Schwierigkeiten würde er diesen Weg wieder gehen.
26 Was ihn an der Arbeit mit Klientinnen und Klienten wirklich berührt
Besonders berührt Andreas nicht der Moment, in dem er einem Menschen eine Lösung präsentiert, sondern wenn Menschen selbst beginnen, ihre Muster wahrzunehmen.
Für ihn entsteht ein entscheidender Schritt, wenn jemand selbst erkennt, was gerade in ihm geschieht, Verantwortung übernimmt und dadurch ein altes Verhaltensmuster verändern kann.
Deshalb möchte Andreas Menschen nicht von seiner Hilfe abhängig machen. Er gibt ihnen Werkzeuge, Meditationen und Übungen mit, damit sie eigenständig weiterarbeiten können.
27 Selbstverantwortung Die Frage die kaum jemand stellt
Andreas beobachtet, dass Menschen häufig danach fragen, wo sie Opfer waren, aber wesentlich seltener danach, wo sie selbst anderen oder sich selbst geschadet haben.
Für ihn gehören Täter und Opfer zu zwei entgegengesetzten Positionen außerhalb einer inneren Mitte. Selbstverantwortung bedeutet deshalb auch, die eigenen destruktiven Anteile anzuschauen.
Er möchte damit Schuldzuweisungen vermeiden. Vielmehr geht es ihm darum, nicht ausschließlich den Verursacher im Außen zu suchen, sondern auch zu fragen: Wo handle ich gegen mich selbst? Wo fehlt mir Selbstliebe? Wo schade ich möglicherweise anderen?
28 Menschenmengen feine Wahrnehmung und energetische Grenzen
Je sensibler Andreas nach eigener Wahrnehmung geworden ist, desto stärker spürt er die Atmosphäre von Orten und Menschenmengen. Deshalb besucht er große Veranstaltungen und Konzerte inzwischen seltener.
Vor solchen Situationen versucht er, sich bewusst zu zentrieren und abzugrenzen. Dazu verbindet er sich gedanklich mit seiner spirituellen Ebene und der Erde, bittet um Schutz und visualisiert goldenes Licht um sich.
Wichtig ist ihm dabei die innere Absicht: Schutz bedeutet für ihn nicht, gegen andere Menschen zu sein, sondern die eigenen Grenzen zu wahren.
29 Lichtatmung Angst loslassen Zuversicht einladen
Andreas arbeitet auch mit Atemübungen. Dabei verbindet er eine tiefe Bauchatmung mit der Vorstellung von Licht.
Er visualisiert beim Einatmen Licht im Herzbereich, führt es gedanklich weiter und verbindet diese Übung mit bestimmten inneren Qualitäten.
Bei Angst nimmt er das Gefühl zunächst wahr und versucht anschließend, es mit dem Ausatmen loszulassen. Umgekehrt verbindet er das Einatmen beispielsweise mit Mut, Zuversicht, Gelassenheit oder Frieden. Diese einfache Übung gibt er auch anderen Menschen mit.
30 Vorleben Die Erfahrung durch die Andreas seinen Weg fand
Eine besonders prägende Erfahrung machte Andreas bei seiner späteren Ausbildnerin. Damals litt er seit Jahren unter Herz und Hüftschmerzen, für die medizinische Untersuchungen keine für ihn zufriedenstellende Erklärung gebracht hatten.
Die Heilerin erzählte ihm bei ihrem ersten Treffen von einer Szene, die Andreas aus einem wiederkehrenden Traum seiner Kindheit kannte: Er wurde verfolgt und schließlich mit einem Speer ins Herz gestochen. Sie deutete diese Szene als Erfahrung aus einem früheren Leben und behandelte ihn energetisch. Andreas berichtet, dass seine jahrelangen Schmerzen zwei Wochen später verschwunden waren.
Für ihn war dies der Moment, in dem er das Gefühl hatte, den richtigen Weg gefunden zu haben. Die Beschäftigung mit früheren Leben wurde anschließend zu einem regelmäßigen Bestandteil seiner persönlichen Arbeit.
31 Ahnenlinien Generationenthemen und Heilung
Neben früheren Leben spielen für Andreas auch die Erfahrungen der eigenen Vorfahren eine wichtige Rolle. Er geht davon aus, dass Glaubenssätze und ungelöste Themen früherer Generationen auf nachfolgende Generationen wirken können.
Als Beispiele nennt er Mangeldenken, Leistungsprogramme und Erfahrungen aus Kriegs und Aufbauzeiten. Gleichzeitig betont er, dass nicht nur Belastungen weitergegeben werden, sondern auch Wissen und positive Ressourcen.
Die Beschäftigung mit den Ahnen versteht Andreas deshalb nicht als etwas Bedrohliches, sondern als wertschätzende Verbindung mit Menschen, deren Leben das eigene erst ermöglicht hat.
32 Seelenverwandtschaft und familiäre Verbindungen
Andreas geht davon aus, dass sich Seelen aus früheren Erfahrungen kennen können und sich innerhalb von Familien erneut begegnen. Auch schwierige familiäre Beziehungen betrachtet er teilweise als Fortsetzung älterer Verbindungen.
Besonders starke Beziehungen zwischen Menschen müssen für ihn nicht automatisch eine sogenannte Dualseelenverbindung sein. Solche Begriffe betrachtet er eher zurückhaltend. Ein starkes Gefühl von Vertrautheit kann seiner Auffassung nach ebenso aus einer früheren Freundschaft oder einer anderen gemeinsamen Erfahrung stammen.
Manchmal erkennen Menschen eine solche Verbindung bewusst, manchmal spüren sie lediglich eine besondere Nähe.
33 Was Andreas seinem jüngeren Ich sagen würde
Seinem jüngeren Ich würde Andreas nicht sagen: „Hab keine Angst.“ Denn die Angst war für ihn tatsächlich vorhanden und sollte nicht verdrängt werden.
Stattdessen würde er dem Kind sagen: Die Angst ist da und das ist in Ordnung. Nimm sie an. Du schaffst das. Hab Mut und Vertrauen.
Außerdem würde er seinem jüngeren Ich vermitteln, dass neben all den Schatten, die es wahrnimmt, auch Licht und Unterstützung vorhanden sind. Die Angst darf sich verändern, wenn sie angenommen wird, anstatt sie wegzuschieben.
34 Evas Fazit und das Buch Lebe was du wirklich bist
Zum Abschluss kommt Eva noch einmal auf Andreas’ Buch „Lebe, was du wirklich bist“ zurück. Für sie ist sein Lebensweg bereits selbst zu einer Geschichte geworden, die er in diesem Buch verarbeitet hat.
Sie beschreibt das Schreiben als umfangreichen Prozess von Selbsterfahrung, Verarbeitung und Selbstfindung und kündigt an, das Buch nach dem Gespräch selbst lesen zu wollen.
Das Gespräch endet mit ihrem Dank an Andreas für seine Offenheit und die Bereitschaft, seinen persönlichen Weg zu erzählen.