Sind Außerirdische die Dämonen der alten Überlieferungen? Eine Betrachtung aus gnostischer Sicht. Chellea Wilder

Die heutige Welt spricht zunehmend von nichtmenschlichen Intelligenzen und außerirdischen Erscheinungen. Militärische Enthüllungen, freigegebene Dokumente und Berichte über unbekannte Phänomene nähren die Diskussion. Gleichzeitig vertreten religiöse Stimmen die Auffassung, sämtliche außerirdischen Wesen seien Dämonen. Aus gnostischer Sicht greift diese Vorstellung zu kurz.

Der Kosmos besteht demnach aus zahlreichen Ebenen unterschiedlicher Schwingungsdichte und wird von multidimensionalen Wesen verschiedener Herkunft, Ausrichtung und Absicht bewohnt. Nicht jede nichtmenschliche Intelligenz ist gleich. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen niederen Wesen, die Menschen manipulieren und ihre Lebenskraft nutzen, und höheren Wesen, die jenseits der Begrenzungen der materiellen Welt existieren.

Archonten und die niederen Ebenen

Jene Wesen, die in der modernen Ufologie mit Entführungen, Schattenerscheinungen oder kontrollierenden nichtmenschlichen Mächten verbunden werden, entsprechen nach dieser gnostischen Darstellung von Chellea den Archonten der alten Überlieferungen. Sie gelten als Herrscher der materiellen Welt und als Diener des Demiurgen, des blinden Schöpfers der niederen Sphären.

Die Texte von Nag Hammadi beschreiben diese Archonten als geistig unfruchtbare Wesen. Während der Mensch einen göttlichen Funken der unendlichen Quelle, der Monade, in sich trägt, fehlt den Archonten dieses innere Licht. Sie erscheinen als parasitäre Intelligenzen, die innerhalb der materiellen Ordnung wirken.

Der Demiurg betrachtet sich aus Unwissenheit und Überheblichkeit selbst als höchsten Gott. Die Archonten halten die Menschheit durch Angst, Vergessen und Bindung an die materielle Existenz unter Kontrolle. Ihre Existenz hängt davon ab, sich von der Lebenskraft anderer Wesen zu nähren.

Diese niederen Wesen entsprechen den Dämonen historischer Überlieferungen. Sie dringen in die psychische Wahrnehmung des Menschen ein, erzeugen Angst und Lähmung, beeinflussen Erinnerungen und nutzen Verehrung sowie Unterwerfung. Früher erschienen sie als tyrannische Götter, die Opfer und absoluten Gehorsam verlangten. In der modernen Welt zeigen sie sich in Formen, die zum heutigen Weltbild passen, etwa als biomechanische Wesen, außerirdische Experimentatoren oder technologische Retter.

Alte Warnungen vor nichtmenschlichen Mächten

Verschiedene esoterische Traditionen beschreiben Wesen mit ähnlichen Eigenschaften. Dazu gehören die Daevas der zoroastrischen Überlieferung, die Mächte der Sitra Achra in der Kabbala und die Gallu Dämonen mesopotamischer Texte.

Auch die Smaragdtafeln des Thoth beschreiben schlangenartige Wesen, die menschliche Gestalt annehmen und sich in Machtstrukturen einschleichen. In der Darstellung des Ausgangstextes handelt es sich dabei nicht um Symbole, sondern um tatsächliche räuberische Intelligenzen aus niederen astralen Bereichen.

Diese Mächte wirken demnach innerhalb politischer Dynastien, zentralisierter Finanzsysteme, religiöser Institutionen und umfassender Kontrollstrukturen. Auch die Aussage des Paulus, der Kampf richte sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen Herrschaften, Mächte und geistige Kräfte der Finsternis, wird in diesem Zusammenhang angeführt.

Die Bezeichnung solcher Wesen als Dämonen trifft nach dieser Sichtweise einen Teil des Phänomens. Der entscheidende Fehler besteht jedoch darin, daraus abzuleiten, dass jede nichtmenschliche oder außerirdische Intelligenz dämonischer Natur ist.

Die Vielfalt kosmischen Lebens

Der Kosmos ist in dieser gnostischen Vorstellung nicht auf einen einfachen Gegensatz zwischen Menschen und Dämonen beschränkt. Jenseits der niederen Bereiche, in denen die Archonten wirken, existieren höher entwickelte multidimensionale Wesen und Bewusstseinsformen.

Diese Wesen befinden sich außerhalb des Einflusses des Demiurgen und gehören höheren Bereichen von Licht, Harmonie und kosmischem Gleichgewicht an. Sie entführen keine Menschen, verstümmeln keine Körper und erzeugen keinen psychologischen Terror. Sie verlangen weder Verehrung noch Unterwerfung, sondern achten die geistige Selbstbestimmung jedes Lebewesens.

Gnostische Texte beschreiben solche höheren Intelligenzen als lichtvolle Kräfte, die in die niederen Bereiche hinabsteigen, um Erkenntnis und Befreiung zu ermöglichen. Sie kommen nicht, um zu herrschen, sondern um Bewusstsein zu wecken.

Der Unterschied zwischen beiden Gruppen liegt vor allem in ihrer Wirkung. Die niederen Archonten nähren sich von Angst, Trauma, Konflikten und blindem Gehorsam. Sie errichten falsche Hierarchien, fördern geistiges Vergessen und präsentieren sich als Götter oder überlegene technologische Wesen.

Höhere multidimensionale Intelligenzen erweitern dagegen das menschliche Bewusstsein, lösen Vorstellungen von Trennung auf und führen den Menschen zu seinem eigenen inneren göttlichen Funken zurück.

Beide Gruppen miteinander zu verwechseln, führt in die Irre. Wer jede außerirdische Intelligenz für dämonisch hält, bleibt in religiöser Angst gefangen. Wer dagegen jedes außerirdische Wesen für einen wohlwollenden Retter hält, wird anfällig für die Täuschungen der niederen Kräfte.

Der Zerfall der alten Kontrollstrukturen

Nach der Darstellung des Textes befinden wir uns gegenwärtig in einer Zeit, in der jahrtausendealte Kontrollsysteme ihre Macht verlieren. Enthüllungen aus Geheimdiensten und militärischen Strukturen bringen verborgene Programme, unbekannte Flugobjekte und biologische Wesen ans Licht. Gleichzeitig verlieren traditionelle Medien und zentralisierte Institutionen zunehmend ihre Kontrolle über die menschliche Wahrnehmung.

Auch politische, wirtschaftliche und religiöse Machtstrukturen geraten in eine grundlegende Krise. Der Text versteht diese Entwicklung nicht als zufälliges gesellschaftliches Chaos, sondern als sichtbaren Ausdruck eines multidimensionalen Wandels.

Die energetische Ordnung der Archonten verliert ihre Stabilität, weil das kollektive menschliche Bewusstsein aus seinem Zustand des Vergessens erwacht. Gnostische, hermetische und andere alte Schriften werden als Hinweise auf einen solchen Übergang angeführt, bei dem die Herrschaft der Finsternis endet und das Licht wieder hervortritt.

Die Rückkehr zur eigenen göttlichen Souveränität

Sind Außerirdische also tatsächlich die Dämonen der alten Überlieferungen?

Nach der im Text vertretenen gnostischen Sicht trifft dies auf jene niederen multidimensionalen Wesen zu, die Menschen manipulieren, Angst erzeugen, Unterwerfung verlangen und aus verborgenen Bereichen heraus Macht ausüben. Sie entsprechen den Dämonen und Archonten der alten Überlieferungen.

Doch sie sind nicht die einzigen nichtmenschlichen Intelligenzen im Kosmos.

Im Menschen selbst befindet sich der göttliche Funke der Monade, ein ursprüngliches Licht, das weder dem Demiurgen noch den niederen Herrschern gehört. Deshalb besteht der entscheidende Weg weder in religiöser Angst noch in blinder Verehrung technologisch überlegener Wesen.

Entscheidend sind innere Erkenntnis, klare Unterscheidung und geistige Selbstbestimmung. Während die alten Herrschaftsstrukturen zerfallen, besteht die Aufgabe des Menschen darin, seine eigene innere Verbindung zur göttlichen Quelle wiederzuerkennen und bewusst aus diesem inneren Licht heraus zu handeln.

© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung

Originalbeitrag: https://www.universallighthouse.com/post/are-aliens-actually-the-demons-of-old-~-exploring-gnosis

Video: https://www.youtube.com/watch?v=HP9B4C7znsw&t=4s