Buchvorstellung: Was liegt am Strand und redet undeutlich?
Eine Nuschel.
Wenn ihr bei dieser Antwort bereits grinsen müsst, dann seid ihr vermutlich genau die richtige Zielgruppe für das herrlich alberne Kinderbuch „Was liegt am Strand und redet undeutlich?“ von Moni Port mit Illustrationen von Jörg Mühle.
Und falls ihr gerade gedacht habt: Oh nein, bitte nicht noch mehr davon! – schlechte Nachrichten. Es wird noch schlimmer. Oder besser. Je nachdem, wie ausgeprägt eure Vorliebe für ziemlich flache Wortwitze ist.
Ich persönlich finde ja: Manchmal muss Humor gar nicht besonders anspruchsvoll sein. Manchmal reicht eine Banane, die explodiert.
Was ist gelb und macht BUMM?
Eine Banone.
Ja. Genau dieses Niveau.
Und ich liebe es.
Das Schöne an solchen Witzen ist, dass man die Pointe meistens schon kommen sieht und trotzdem lachen muss. Oder gerade deswegen. Kinder können rätseln, Erwachsene verdrehen die Augen – und fünf Minuten später erzählen sie denselben Witz beim Abendessen weiter.
Ein Buch zum Rätseln statt einfach nur Vorlesen
„Was liegt am Strand und redet undeutlich?“ erzählt keine durchgehende Geschichte. Stattdessen dreht sich alles um kurze Rätselfragen und überraschende – oder herrlich bescheuerte – Antworten.
Die Lösung bekommt man dabei nicht sofort auf dem Silbertablett serviert. Erst darf geraten werden.
Und genau das macht für mich einen großen Teil des Spaßes aus.
Denn natürlich könnte man einfach fragen:
Was ist orange und wandert durch die Berge?
Aber viel schöner ist es, erst einmal gemeinsam zu überlegen.
Eine Karotte mit Wanderschuhen?
Ein Kürbis im Urlaub?
Ein holländischer Bergsteiger?
Nein.
Eine Wanderine.
Spätestens jetzt dürfte klar sein, in welche Richtung die Reise geht.
Vorsicht, Wortwitz!
Wer solche Sprachspielereien mag (wie ich :-)), kann irgendwann gar nicht mehr aufhören, selbst welche zu erfinden.
Was ist schwarz-weiß und sitzt auf einer Schaukel?
Ein Schwinguin.
Was ist grün und liegt im Sarg?
Eine Sterbse.
Was ist rot und kopiert Dokumente?
Ein Paprikant.
Was ist rot und kämpft sich durch den Salat?
Ein Rambodieschen.
Ich gebe zu: Bei manchen dieser Witze möchte ein Teil meines Gehirns lachen, während ein anderer Teil leise das Buch schließen möchte … aber genau das ist ja der Spaß.
Noch eine Runde?
Na gut. Weil ihr es seid.
Was ist klebrig und läuft durch die Wüste?
Ein Karamel.
Was ist grün und trägt ein Kopftuch?
Eine Gürkin.
Was ist orange und schaut durchs Schlüsselloch?
Eine Spiondarine.
Was ist grün und klopft an die Tür?
Ein Klopfsalat.
Was ist braun, süß und läuft über die Straße?
Eine Wanderwaffel.
Was ist gelb und kann schießen?
Eine Banone – aber die hatten wir ja schon. Offenbar sind Bananen in dieser Witzwelt ausgesprochen gefährlich.
Kinder sind beim Erfinden oft noch besser
Besonders schön finde ich an dieser Art von Humor, dass Kinder nicht nur zuhören müssen. Sie können selbst mitmachen.
Und vermutlich entstehen dabei die besten Witze überhaupt.
Man braucht eigentlich nur ein Tier, ein Gemüse, einen Gegenstand oder einen Beruf und die Frage:
Was wäre, wenn …? Und plötzlich wird aus einem Witzbuch ein kleines Sprachspiel.
Man hört Wörter genauer an, zerlegt sie, verändert einzelne Silben und baut daraus völligen Unsinn. Pädagogisch wertvoller Unsinn, sozusagen.
Wobei ich das mit dem „pädagogisch wertvoll“ lieber nicht zu laut sagen würde. Sonst merken die Kinder noch, dass sie beim Quatschmachen nebenbei mit Sprache spielen.
Wer schafft den schlechtesten Witz?
Daraus lässt sich übrigens wunderbar ein Familienwettbewerb machen.
Jeder denkt sich einen eigenen Witz aus. Anschließend werden alle vorgelesen. Gewonnen hat nicht unbedingt der cleverste Witz.
Nein.
Gewonnen hat derjenige, bei dessen Pointe alle gleichzeitig lachen, stöhnen und rufen:
„Ooooooh, der ist ja furchtbar!“
Das ist schließlich die höchste Auszeichnung, die ein Flachwitz bekommen kann.
Mein Fazit
„Was liegt am Strand und redet undeutlich?“ ist kein Buch für Menschen, die bei Humor ausschließlich an feinsinnige Satire denken.
Es ist ein Buch für Menschen, die über eine Nuschel am Strand lachen können.
Für Familien, die Spaß an Sprache haben.
Für Kinder, die gerne rätseln.
Und für Erwachsene, die behaupten, solche Witze seien ihnen viel zu albern – und sie anschließend trotzdem weitererzählen.
Die Illustrationen von Jörg Mühle passen wunderbar zu diesem spielerischen Unsinn und machen aus den Sprachwitzen ein Buch, das man nicht einfach nur herunterliest. Man schaut, rätselt, lacht und kommt ziemlich schnell auf die Idee, eigene Wortspiele zu erfinden.
Und deshalb zum Abschluss noch ein kleiner Test:
Was liegt am Strand und redet undeutlich?
Na?
Nicht nachschauen!
Ein bisschen überlegen …
Es ist natürlich:
eine Nuschel.
Und was liegt daneben und ist schlecht gelaunt?
Das müsst ihr jetzt selbst erfinden. 😄
Ich helfe ein bisschen nach …

Kennt ihr noch einen richtig schönen Wortwitz dieser Sorte? Schreibt ihn in die Kommentare – je flacher, desto besser!
Es Ist Alles Da … Rosi



