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Happy Halloween oder heiliges Samhain? Adelheid Brunner

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Happy Halloween oder heiliges Samhain? Adelheid Brunner

Allgemein·31. Oktober 2026, 8:25 Uhr·3 Minuten

Was feiert ihr am 31. Oktober?

Samhain, Halloween oder vielleicht etwas ganz anderes?

Ich liebe die alten Feste des Jahreskreises, naturspirituelle Rituale und unsere indigenen Wurzeln.

Dennoch wurde auch hier im Laufe der Zeit vieles verdreht und umgedeutet.

Für mich ist Samhain ein Neumondfest. Warum das so ist, erkläre ich euch in diesem Video.

Falls ihr gemeinsam mit mir durch den November gehen möchtet, könnt ihr euch noch bis morgen Mittag für das „Novemberlicht“ anmelden.

www.altes-wissen.at

Samhain, Halloween und die heilige Kraft der Dunkelheit

Was feiern wir eigentlich am 31. Oktober? Samhain, Halloween, Allerheiligen oder etwas ganz anderes?

Unsere Vorfahren lebten einst in enger Verbindung mit der Natur, ihren Rhythmen und den Kräften des Jahreskreises. Sie feierten die Sonnenwenden, die Tagundnachtgleichen und vermutlich auch die dazwischenliegenden Mondfeste. Wie diese Feste ursprünglich hießen und wann genau sie gefeiert wurden, wissen wir heute jedoch nicht mehr.

Die vier Sonnenfeste haben durch den Sonnenlauf feste Zeitpunkte. Die vier Mondfeste hingegen waren vermutlich beweglich und orientierten sich an den Mondphasen.

Für mich ist Samhain deshalb kein Fest, das zwingend am 31. Oktober stattfinden muss, sondern ein Neumondfest, ein Fest der dunklen Luna.

Im Jahreskreis verbinde ich Imbolc mit dem zunehmenden Mond, wenn die Samen in Mutter Erde zu keimen beginnen. Beltane gehört für mich zum Vollmond, zur Fülle und zur erwachenden Lebenskraft. Lughnasadh entspricht dem abnehmenden Mond, der Zeit des Schneidens, Erntens und Loslassens. Samhain schließlich gehört zum Neumond, zur vollkommenen Dunkelheit.

Samhain ist für mich das Fest der heiligen Dunkelheit, in der sich die Schleier zwischen den Welten lüften.

Es ist eine Zeit, in der wir uns unseren Ahnen, den Naturwesen und der geistigen Welt besonders nahe fühlen können. Eine Zeit der Stille, der inneren Einkehr und der Verbindung mit dem Unsichtbaren.

Besonders wichtig ist mir dabei, die Dunkelheit nicht länger mit dem Bösen gleichzusetzen.

In unserer heutigen Sprache sprechen wir häufig von dunklen Kräften, wenn wir eigentlich zerstörerische, gewalttätige oder machtbesessene Kräfte meinen. Doch die Dunkelheit war in ihrem ursprünglichen spirituellen Verständnis heilig.

Sie war mit der urweiblichen Schöpfungskraft verbunden, mit dem Schoß der großen Mutter, aus dem alles Leben geboren wird.

Die Dunkelheit ist nicht böse, ebenso wenig wie das Licht ausschließlich gut ist.

Die Natur braucht beides. Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit. In der Dunkelheit finden wir Ruhe, Geborgenheit, Regeneration, Träume und Visionen. Das Licht macht sichtbar, bringt uns ins Handeln und lässt uns nach außen wirken.

Beide Kräfte haben ihre eigene Bedeutung und gehören untrennbar zusammen.

Mit der Christianisierung wurden viele alte naturspirituelle Feste übernommen und umgedeutet. Aus ursprünglichen Festen des Jahreskreises entstanden christliche Feiertage. Dabei ging manches Wissen verloren, während andere Elemente bewahrt wurden.

Auch Halloween ist für mich kein satanisches Fest. Kinder, die sich verkleiden und voller Freude Süßigkeiten sammeln, haben nichts mit bösen Mächten zu tun. Wir sollten aufhören, überall Angst zu verbreiten, und wieder einen ausgewogenen Blick auf diese Dinge entwickeln.

Mir geht es nicht darum, darüber zu streiten, welcher Name, welches Datum oder welche Tradition die einzig richtige ist. Viel wichtiger erscheint mir, dass wir uns wieder mit den natürlichen Zyklen verbinden und lernen, die alten Feste auf unsere eigene, lebendige Weise zu feiern.

Wir dürfen unsere Wurzeln ehren, ohne in der Vergangenheit stehen zu bleiben. Wir dürfen altes Wissen neu entdecken und es bewusst in unsere heutige Zeit tragen.

Gerade die Herbstzeit und der November laden uns ein, die heilige Dunkelheit wieder als Ursprung allen Lebens wahrzunehmen und zu verstehen, dass auch das Licht aus ihr geboren wird.

Am Ende geht es darum, wieder in uns selbst hineinzuspüren. Was fühlt sich für mich richtig an? Was möchte ich feiern? Was ist mir wirklich wichtig?

Lasst euch keine Angst machen und euch von niemandem vorschreiben, was ihr glauben oder feiern sollt.

Findet euren eigenen Zugang zu den Festen, zur Natur und zu euren Wurzeln.

Denn es wird immer wichtiger, den Stimmen von außen weniger Macht zu geben und wieder auf die eigene innere Wahrnehmung zu vertrauen.

Feiert das, was sich für euch stimmig anfühlt, und erinnert euch daran, dass Licht und Dunkelheit gleichermaßen zum großen Kreislauf des Lebens gehören.

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