Ihr Lieben,
wir befinden uns in einer Zeit, in der vieles, was lange unerschütterlich erschien, zu wanken beginnt. Überall auf der Welt spüren Menschen, dass sich etwas verändert. Alte Strukturen verlieren ihre Kraft, vertraute Sicherheiten werden infrage gestellt und immer mehr Menschen beginnen, hinter die Oberfläche dessen zu schauen, was ihnen über so lange Zeit als Wirklichkeit präsentiert wurde.
Doch ich möchte euch heute vor allem eines sagen: Habt keine Angst vor dem, was sich vor euren Augen verändert.
Wenn alte Systeme zerfallen, kann es zunächst so aussehen, als würde die Welt selbst auseinanderbrechen. Vielleicht entstehen Gedanken an wirtschaftliche Unsicherheit, gesellschaftliche Unruhe, Mangel oder Chaos. Vielleicht fragt ihr euch, was geschieht, wenn die vertrauten Strukturen nicht mehr tragen und ob die Menschheit durch eine dunkle Zeit gehen muss, bevor etwas Neues entstehen kann.
Aus der gnostischen Perspektive dieses Beitrags ist genau hier eine wichtige Unterscheidung notwendig.
Die Apokalypse bedeutet nicht einfach die Vernichtung der Welt.
Sie bedeutet Enthüllung.
Sie bedeutet, dass etwas sichtbar wird, das zuvor verborgen war.
Die Schleier werden dünner. Menschen beginnen zu erkennen, wie sehr ihr Leben von äußeren Systemen, Autoritäten, Ängsten und Vorstellungen geprägt wurde. Was früher selbstverständlich erschien, wird plötzlich hinterfragt.
Und genau darin liegt eine große Möglichkeit.
Denn während äußere Strukturen ihre Macht verlieren können, beginnt etwas anderes in euch stärker zu werden: die Erinnerung an eure eigene innere Souveränität.
Ihr seid mehr als das, was ihr besitzt.
Ihr seid mehr als euer Bankkonto, eure gesellschaftliche Stellung, eure politische Zugehörigkeit oder die Meinung anderer Menschen über euch.
In der Sprache der Gnosis lebt in euch ein göttlicher Funke. Ein Licht, das nicht von den Umständen dieser Welt erschaffen wurde und deshalb auch nicht gemeinsam mit ihnen untergehen kann.
Vielleicht ist das die wichtigste Erinnerung für die kommende Zeit.
Lasst euch nicht von der Angst verschlingen.
Wenn die äußere Welt lauter wird, werdet innerlich stiller.
Wenn überall von Mangel gesprochen wird, erinnert euch daran, was Menschen miteinander erschaffen können.
Wenn versucht wird, euch gegeneinander aufzubringen, sucht die Verbindung.
Wenn ihr euch ohnmächtig fühlen sollt, erinnert euch an eure eigene Fähigkeit zu wählen, zu lieben, zu erkennen und füreinander da zu sein.
Chellea beschreibt in ihrer Botschaft die Archonten als Kräfte der Begrenzung, deren größte Macht aus der Angst des Menschen entsteht. Ob ihr diese Vorstellung wörtlich, symbolisch oder spirituell versteht, die darin enthaltene Botschaft bleibt kraftvoll: Gebt eure innere Freiheit nicht an die Angst ab.
Denn ein Mensch, der ständig um sein Überleben fürchtet, vergisst leicht, wer er ist.
Ein Mensch jedoch, der in seinem Inneren verwurzelt bleibt, kann selbst in einer schwierigen Zeit Menschlichkeit bewahren.
Und vielleicht werden wir genau das brauchen.
Nicht noch mehr Trennung.
Nicht noch mehr Feindbilder.
Nicht noch mehr Angst.
Sondern Menschen, die einander wiederfinden.
Menschen, die teilen.
Menschen, die einander unterstützen.
Menschen, die Gemeinschaften erschaffen, in denen das Leben wieder wichtiger wird als die Systeme, die es verwalten.
Der Zusammenbruch des Alten muss deshalb nicht automatisch das Ende bedeuten. Er kann auch der Moment sein, in dem sichtbar wird, was wirklich Bestand hat.
Liebe hat Bestand.
Mitgefühl hat Bestand.
Bewusstsein hat Bestand.
Die Verbindung zwischen Menschen hat Bestand.
Und das Licht in euch ist nicht davon abhängig, ob die äußere Welt gerade geordnet oder chaotisch erscheint.
Auch der Aufstieg, von dem in so vielen spirituellen Botschaften gesprochen wird, wird hier nicht als ein Ereignis verstanden, bei dem einige Menschen gerettet und andere für immer zurückgelassen werden. Er wird vielmehr als ein Erwachen beschrieben. Als die Erkenntnis dessen, was ihr in eurem tiefsten Inneren seid.
Deshalb möchte ich euch bitten, nicht ständig nach außen zu schauen und euch zu fragen, wann der große Wandel endlich kommt.
Schaut auch nach innen.
Vielleicht hat er dort längst begonnen.
Jedes Mal, wenn ihr euch gegen Angst und für Liebe entscheidet, verändert sich etwas.
Jedes Mal, wenn ihr eure eigene Wahrheit erkennt, verändert sich etwas.
Jedes Mal, wenn ihr einem anderen Menschen die Hand reicht, anstatt ihn als Gegner zu betrachten, verändert sich etwas.
Und jedes Mal, wenn ihr erkennt, dass eure Seele größer ist als die Geschichte, die euch die äußere Welt über euch erzählt, fällt ein weiterer Schleier.
Das ist die tiefere Bedeutung der Apokalypse.
Es ist die Enthüllung.
Nicht das Ende des Lebens, sondern das Ende einer Illusion.
Ihr müsst deshalb nicht in Angst darauf warten, dass die alte Welt zusammenbricht. Ihr könnt bereits jetzt beginnen, die Welt zu verkörpern, die ihr euch für die Zukunft wünscht.
Lebt bewusster.
Findet wieder zueinander.
Bewahrt eure Menschlichkeit.
Hört auf eure innere Weisheit.
Und erinnert euch daran, dass eure größte Kraft niemals in einem äußeren System gelegen hat.
Sie war die ganze Zeit in euch.
Ihr seid nicht hier, um euch vor der Dunkelheit zu fürchten.
Ihr seid hier, um euch an euer Licht zu erinnern.
Und vielleicht ist genau das der Wandel, auf den wir so lange gewartet haben.
Nicht etwas, das eines Tages mit der Welt geschieht.
Sondern etwas, das jetzt durch jeden einzelnen von uns geschehen kann.
© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung
Video: https://www.youtube.com/watch?v=QAHXOs9up0E&t=2s
