Warum du dich selbst sabotierst … und was deine Seele dir wirklich sagen will. Linda Giese

Du denkst du sabotierst dich, aber möglicherweise beschützt du eine Sehnsucht.

In diesem Live zeige ich dir, was deine Angst dir wirklich sagen will und welches Leben unter ihr auf dich wartet.

Deine Angst muss kein Stoppschild sein, wenn du sie richtig verstehst, ist sie dein Wegweiser.

Deine Linda

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© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung

Hinter deiner Angst wartet dein ungelebtes Leben

Vielleicht kennst du diese Momente, in denen du genau weißt, was du eigentlich möchtest, und trotzdem hält dich etwas zurück. Du schiebst auf, zweifelst, suchst nach Gründen, warum etwas noch nicht möglich ist, möchtest alles perfekt machen oder ziehst dich ausgerechnet dann zurück, wenn du deinem Ziel schon ganz nahe bist. Schnell entsteht das Gefühl, dass du dir selbst im Weg stehst oder dich sogar selbst sabotierst.

Doch vielleicht lohnt es sich, diese vermeintliche Selbstsabotage einmal mit anderen Augen zu betrachten.

Was, wenn sie kein Zeichen von Schwäche ist? Was, wenn da nichts in dir gegen dich arbeitet, sondern ein Teil von dir versucht, dich zu beschützen?

Viele unserer Verhaltensweisen sind irgendwann einmal entstanden, weil sie uns geholfen haben, Schmerz zu vermeiden. Rückzug, Kontrolle, Perfektionismus, Anpassung oder Aufschieben können Schutzstrategien sein, die einmal sinnvoll waren. Sie wollten verhindern, dass wir Ablehnung erfahren, scheitern, verlassen werden, die Kontrolle verlieren oder uns hilflos fühlen.

Das Schwierige daran ist, dass diese alten Schutzmechanismen auch dann noch aktiv werden, wenn wir sie längst nicht mehr brauchen. Und so halten sie uns manchmal genau von dem Leben fern, nach dem wir uns im Innersten sehnen.

Denn hinter der Angst liegt oft eine Sehnsucht.

Wer Angst vor Ablehnung hat, trägt vielleicht eine tiefe Sehnsucht in sich, sich endlich zu zeigen. Hinter der Angst vor dem Scheitern kann der Wunsch stehen, etwas Großes zu wagen und zu erschaffen. Hinter der Angst vor Verlust lebt möglicherweise die Sehnsucht, sich wirklich auf Liebe einzulassen. Und hinter der Angst vor Unsicherheit kann ein großer Wunsch nach Freiheit verborgen sein.

Angst und Sehnsucht sind deshalb manchmal viel enger miteinander verbunden, als wir glauben. Die Angst ist wie der Schatten dessen, was in uns ins Licht treten möchte.

Selbstsabotage taucht häufig gerade dort auf, wo uns etwas wirklich wichtig ist.

Anstatt dich also zu verurteilen, wenn du wieder einmal zurückweichst, kannst du einen Moment innehalten und neugierig werden. Frage dich nicht: „Was stimmt nicht mit mir?“, sondern: „Wovor möchte ich mich gerade schützen?“ Und dann noch etwas tiefer: „Wonach sehne ich mich eigentlich wirklich?“

Vielleicht entdeckst du darunter etwas, das lange keinen Raum bekommen hat. Einen Traum. Eine Liebe. Den Wunsch nach Freiheit. Nach Sichtbarkeit. Nach einem anderen Leben. Nach einer Aufgabe, die sich wirklich nach dir anfühlt.

Du musst diese Angst nicht mit Gewalt überwinden. Du musst auch nicht von heute auf morgen ein völlig anderer Mensch werden. Manchmal genügt ein winziger Schritt über die bisherige Grenze hinaus. Ein ehrliches Wort. Ein klares Nein. Eine Bewerbung, die du endlich abschickst. Eine Idee, die du mit jemandem teilst. Eine Entscheidung, die du nicht länger vertagst.

Nur einen kleinen Schritt.

Einen Millimeter mehr von dem Leben, das bisher ungelebtes Leben geblieben ist. Denn Veränderung muss dein Inneres nicht überfordern. Auch dein Nervensystem darf erfahren: Ich habe etwas Neues gewagt und ich bin noch da. Ich bin sicher. Und wenn es sich richtig anfühlt, gehe ich morgen den nächsten Schritt. Genau dieses behutsame Vorgehen empfiehlt auch der Ausgangstext, statt sich mit einem einzigen großen Sprung zu überfordern.

Vielleicht ist das, was sich heute noch wie ein Abgrund vor dir anfühlt, in Wahrheit gar kein Abgrund. Vielleicht ist es einfach die Grenze zwischen dem Leben, das du kennst, und dem Leben, das sich durch dich entfalten möchte.

Dann ist deine Angst nicht dein Feind. Sie wird zu einem Hinweis. Sie zeigt dir, wo etwas in dir berührt wird, das Bedeutung hat.

Und vielleicht darfst du deshalb aufhören, gegen dich selbst zu kämpfen.

Höre dir zu. Begegne auch deinen ängstlichen Anteilen mit Freundlichkeit. Nimm ihre Warnungen ernst, ohne ihnen die Führung über dein ganzes Leben zu überlassen.

Unter all den Zweifeln, Schutzmechanismen und Ängsten wartet etwas sehr Lebendiges auf dich: deine Sehnsucht.

Unter der Selbstsabotage liegt das noch ungelebte Leben, ein Leben, das geliebt und gelebt werden möchte.

Vielleicht musst du also gar nicht gegen deine Angst gewinnen.

Vielleicht darfst du nur lernen, durch sie hindurchzuhören.

Denn dort, wo sie besonders laut wird, wartet manchmal genau das Leben, das schon lange leise nach dir ruft.