Ich möchte dir niemals vorschreiben, was du denken sollst.
Doch ich möchte dich dazu einladen, bewusster zu entscheiden, welche Gedanken du weiterhin mit dir tragen möchtest und welche du loslassen kannst, weil sie dir längst nicht mehr dienen.
Vor allem jene Gedanken und Überzeugungen, die andere Menschen irgendwann in dich hineingelegt haben und die sich tief in deinem Inneren nie wirklich stimmig angefühlt haben.
Nicht alles, was du gelernt hast, ist deine Wahrheit
Als Kinder haben wir so vieles übernommen.
Von unseren Eltern.
Von Lehrern.
Von Menschen, die uns liebten und es gut mit uns meinten.
Sie gaben uns weiter, was sie selbst gelernt hatten und für wahr hielten.
Und trotzdem war manches davon weit entfernt von unserer eigenen Wahrheit.
Vielleicht trägst auch du noch solche alten Überzeugungen in dir.
Sätze darüber, wie du sein musst.
Was du darfst und was nicht.
Was richtig und falsch ist.
Was du wert bist.
Was du erreichen musst, um geliebt oder anerkannt zu werden.
Welche dieser alten, lieblosen Unwahrheiten trägst du noch mit dir herum, obwohl sie längst nicht mehr mit dir in Resonanz gehen?
Gerade jetzt lohnt es sich, genau hinzuhören
In diesen chaotischen Zeiten unseres menschlichen Films gibt es viele Menschen, die es gut meinen und trotzdem Dinge sagen, die einfach nicht stimmig sind.
Manche Worte entstehen aus Angst.
Manche aus alten Überzeugungen.
Manche wurden niemals wirklich durch das eigene Herz geführt und daraufhin geprüft, ob sie tatsächlich der eigenen inneren Wahrheit entsprechen.
Du musst nicht alles glauben, nur weil jemand anderes davon überzeugt ist.
Du darfst prüfen.
Du darfst fühlen.
Du darfst hinterfragen.
Und du darfst etwas, das gestern noch zu deiner Wahrheit gehörte, heute loslassen.
Wie wäre es mit einem kleinen bewussten Ritual?
Vielleicht möchtest du dich mit einigen lieben Menschen zusammensetzen.
Bildet einen Kreis und erzählt euch gegenseitig von all den Dingen, von denen ihr einmal überzeugt wart und heute wisst:
Das stimmt für mich überhaupt nicht mehr.
Vielleicht könnt ihr sogar gemeinsam darüber lachen, was ihr irgendwann alles geglaubt habt.
Ohne euch dafür zu verurteilen.
Ohne Scham.
Denn auch diese alten Vorstellungen waren ein Teil eures Weges.
Segnet sie.
Dankt ihnen für das, was ihr durch sie erkennen durftet.
Vielleicht wurden sie zum Feuer eurer Erkenntnis und gleichzeitig zu Samen eures Mitgefühls.
Und dann:
Lasst sie gehen.
Wenn es sich für euch richtig anfühlt, schreibt eure alten Glaubenssätze auf kleine Zettel.
Gebt sie anschließend bewusst dem Feuer.
Seht, wie sie in der großen, alles verwandelnden Violetten Flamme verbrennen.
Vielleicht entzündet ihr ein kleines Feuer oder nutzt euren Grill.
Tanzt drumherum.
Singt.
Trommelt.
Lacht.
Oder steht einfach gemeinsam still und schaut den Flammen zu.
Macht daraus keinen schweren Abschied.
Macht daraus ein Fest der Befreiung.
Denn ihr verliert nichts, was wirklich zu euch gehört.
Ihr gebt lediglich zurück, was ihr nicht länger tragen müsst.
Und warum nicht gemeinsam mit der Familie?
Dieses Ritual kann auch etwas Wunderschönes für Eltern und Kinder sein.
Erzählt euren Kindern, ob sie noch klein oder längst erwachsen sind, welche alten Vorstellungen euch selbst belastet und eingeengt haben.
Und gebt auch ihnen Raum.
Lasst sie euch sagen, welche Worte oder Überzeugungen sie von euch übernommen haben, die sich für sie kleinmachend, begrenzend oder entmutigend angefühlt haben.
Hört einfach zu.
Ohne Schuldgefühle.
Ohne euch verteidigen zu müssen.
Ohne erklären zu müssen, warum ihr damals etwas gesagt oder getan habt.
Vielleicht erleben eure Kinder euch dadurch nicht als weniger vollkommen.
Vielleicht erleben sie euch zum ersten Mal noch viel mehr als das, was ihr seid:
wirkliche Menschen.
Menschen, die lernen.
Menschen, die sich verändern.
Menschen, die bereit sind, alte Vorstellungen loszulassen und gemeinsam zu wachsen.
Und wenn du dieses Ritual mit niemandem teilen möchtest oder gerade niemand da ist, mit dem es möglich ist, dann erschaffe diesen Moment einfach für dich allein.
Mach es zu deinem ganz persönlichen Abschiedsritual.
Schreibe auf, was nicht mehr zu dir gehört.
Danke ihm.
Segne es.
Und dann lass es gehen.
Mit jedem alten Gedanken, den du loslässt, entsteht ein wenig mehr Raum.
Raum für deine eigene Wahrheit.
Raum für deine eigene Stimme.
Raum für dich.
Du musst nicht länger glauben, was du irgendwann einmal über dich oder das Leben gelernt hast.
Du darfst heute neu wählen.
Und vielleicht entdeckst du dabei, wie befreiend es ist, endlich nur noch das mit dir weiterzutragen, was dein eigenes Herz als wahr erkennt.
Ich liebe dich so sehr.
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