Wir stehen noch immer im Schatten der Finsternis. Allannah Capwell

Vielleicht hast du gedacht, die Energien der Mondfinsternis lägen bereits hinter dir. Doch möglicherweise spürst du gerade jetzt besonders deutlich, dass innerlich noch vieles in Bewegung ist.

Solche intensiven Zeiten lassen sich nicht einfach mit einem Datum im Kalender abschließen. Manches braucht Zeit, bis es sich in uns gesetzt hat. Erst danach beginnen Gedanken und Gefühle nachzuvollziehen, was sich tiefer in uns bereits verändert hat.

Deshalb kann es sein, dass du momentan unruhiger oder emotionaler bist. Vielleicht kommen überraschende Erkenntnisse. Vielleicht erkennst du plötzlich eine Wahrheit, die du lange nicht sehen wolltest.

Eine Beziehung fühlt sich auf einmal anders an.

Eine Arbeit, an der du festgehalten hast, passt nicht mehr.

Ein Ort, an dem du lange geblieben bist, fühlt sich nicht mehr wie dein Zuhause an.

Oder Pläne und Vorstellungen, die dich jahrelang begleitet haben, ergeben plötzlich keinen Sinn mehr.

Das kann verunsichern.

Doch du musst jetzt nicht sofort eine Entscheidung treffen.

Lass sich zeigen, was sich zeigen möchte.

Versuche nicht, Veränderung zu erzwingen. Beobachte zunächst, was in dir geschieht. Manche Erkenntnisse brauchen Zeit, bevor daraus ein klarer nächster Schritt entsteht.

Wir wünschen uns Veränderung oft nur unter bestimmten Bedingungen. Wir möchten etwas Neues, aber möglichst ohne den schmerzhaften Abschied vom Alten.

Doch manchmal kann Neues erst entstehen, wenn wir bereit sind, etwas loszulassen.

Und Loslassen kann weh tun.

Es kann Trauer auslösen.

Es kann plötzlich geschehen und dich überraschen.

Manchmal glaubst du heute zu wissen, wohin dein Weg führt, und morgen verändert sich deine Wahrnehmung erneut.

Auch das darf sein.

Du musst noch nicht alle Antworten kennen.

Vielleicht besteht deine wichtigste Aufgabe gerade darin, Beobachter deines eigenen Lebens zu werden.

Schau hin.

Spüre.

Und erlaube.

Dein Körper kann dir dabei ein wichtiger Wegweiser sein. Vielleicht spürst du irgendwann ganz deutlich, welcher nächste Schritt richtig ist, auch wenn dein Verstand ihn zunächst nicht erklären kann.

Dein Verstand orientiert sich häufig an dem, was er bereits kennt. Er erinnert sich an frühere Verletzungen und versucht, dich vor Wiederholungen zu schützen.

Deshalb entsteht Angst.

Deshalb möchte er kontrollieren.

Wenn das geschieht, darfst du dir liebevoll sagen:

Ich bin sicher. Ich muss jetzt noch nichts erzwingen.

Und dann frage dich:

Handle ich gerade aus Angst oder bin ich offen für das, was sich zeigen möchte?

Vielleicht ist genau diese Frage momentan wichtiger als jede fertige Antwort.

Viele Menschen erleben derzeit starke emotionale Wellen und gleichzeitig dieses schwer beschreibbare Gefühl:

Etwas hat sich verändert.

Doch sie können noch nicht sagen, was.

Auch das ist in Ordnung.

Gib dir Zeit.

Vielleicht sortiert sich gerade etwas in dir. Vielleicht wird erst nach und nach deutlich, was bleiben darf, was gehen möchte und was eine vollkommen neue Form bekommen wird.

Du musst diesen Prozess nicht beschleunigen.

Und du musst dich auch nicht mit anderen vergleichen.

Dein innerer Weg hat sein eigenes Tempo.

Die kommenden Wochen können weitere Erkenntnisse und Veränderungen mit sich bringen. Doch statt darauf zu warten, dass etwas Bestimmtes geschieht, bleibe möglichst nah bei dir.

Höre deinem Körper zu.

Beobachte deine Gefühle.

Lass deine Gedanken zur Ruhe kommen, soweit es möglich ist.

Und vor allem:

Sei freundlich und geduldig mit dir.

Du musst heute noch nicht wissen, wie dein nächstes Kapitel aussehen wird.

Manchmal reicht es vollkommen aus zu erkennen, dass das alte Kapitel langsam zu Ende geht.

Das Neue wird sich zeigen.

Schritt für Schritt.

In deinem Tempo.

Und vielleicht besteht deine Aufgabe gerade einfach darin, ihm genügend Raum zu geben, damit du es erkennen kannst.

Denn auch wenn die Finsternis am Himmel vorübergezogen ist, kann das, was sie für dich innerlich sichtbar gemacht hat, noch eine Weile nachwirken.

Sei sanft mit dir.

Du bist noch mitten im Wandel.

© Rosi / esistallesda.de I Zusammenfassung I Übersetzung

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